Archiv der Kategorie: Holstenkampverlängerung

BI Volkspark schliesst sich dem neuen „Hamburger Bündnis Mobilität“ an

30 Hamburger Organisationen haben sich zum „Hamburger Bündnis Mobilität“ für eine konsequente  Mobilitätswende zusammengeschlossen. Für eine lebenswerte und klimagerechte Stadt soll Hamburgs Mobilität sicher, gesund,
inklusiv, umweltschonend und wirtschaftlich sinnvoll organisiert sein.

Die Forderungen des Bündnisses sind dabei im Einzelnen:

  • Gesteigerte Verkehrssicherheit: Oberstes Leitziel der Verkehrsplanung wird die „VisionZero“, das heißt der Verkehr soll so sicher und fehlertolerant organisiert werden, dass möglichst keine Verkehrstoten und Schwerverletzten mehr auftreten.
  • Reduktion des motorisierten Individualverkehrs (MIV): Der ruhende und fahrende Kfz-Verkehr verringert sich drastisch: Im Jahr 2035 sollen 90% der Hamburgerinnen Verkehrsmittel des „Umweltverbunds“ (ÖPNV, Fahrrad und Zufußgehen) nutzen.
  • Klimagerechtigkeit: Der Verkehrssektor trägt dazu bei, dass Hamburg 2035 CO2-neutral ist. Die Ziele des Klimaplans für den Verkehrssektor werden entsprechend geschärft.
  • Verbesserte Luftqualität: Die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Grenzwerte werden 2030 überall eingehalten.
  • Verbesserter Lärmschutz: In Wohnlagen sollen unverzüglich die gesetzlichen Maximalwerte für Lärm am Tag und in der Nacht eingehalten werden. Langfristig sollen die noch leiseren Empfehlungen des Umweltbundesamtes eingehalten werden.
  • Flächenschutz: Pro Jahr sind 3% der Verkehrsflächen auf öffentlichem und privatem Grund zu entsiegeln, zu renaturieren oder in Räume mit hoher Aufenthaltsqualität umzuwandeln
  • Das Bündnis Mobilität fordert eine ganzheitliche Verkehrsplanung, die unsere qualitativen und messbaren Ziele zügig und verbindlich erreicht.
  • Dabei müssen Verkehrskonzepte und Entscheidungen über Großprojekte mit Beteiligung der Bürgerinnen und Verbände entwickelt werden.
  • Die Behörden und öffentlichen Unternehmen sind mit entsprechenden zielführenden Aufträgen, Kompetenzen, Personal und Finanzen auszustatten.
  • Die A 26-Ost wird ein kritischer Punkt in den Koalitionsverhandlungen und für die Zukunft des Verkehrs in Hamburg. Die A 26-Ost führt zu mehr Kfz-Verkehr, zerstört Natur und ist in Hinblick auf die Mobilitätswende auch volkswirtschaftlich falsch. Deshalb sollen die Planungen umgehend gestoppt werden.

„SPD und Grüne müssen in den kommenden fünf Jahren die richtigen Weichen für die Mobilitätswende stellen. Die Ziele müssen eine hohe Lebensqualität und Klimagerechtigkeit sein. Die Schonzeit für viel zu viele und überdimensionierte Autos ist beendet und auch der Wirtschaftsverkehr muss seinen Teil zur Mobilitätswende beitragen. Die Bereitschaft für Veränderungen ist offensichtlich. Jetzt soll die Mobilitätswende schnell kommen und gleich richtig gut werden!

Das Hamburger Bündnis Mobilität bringt unterschiedliche Expertise, Betroffenheit und Durchsetzungskraft zusammen. Damit stellen wir uns im komplexen Themenfeld Mobilität optimal auf, um das politische Handeln kritisch zu bewerten, zu fordern und konstruktiv zu begleiten“, so Wiebke Hansen, Sprecherin des Hamburger Bündnis Mobilität.

Das „Hamburger Bündnis Mobilität“ besteht aus Verkehrsverbänden und -initiativen, Umwelt- und
Sozialverbänden, Stadtteilgruppen und gewerkschaftlichen Akteuren. Die gemeinsame Vision und Ziele
zur Mobilität in Hamburg 2035 des Bündnisses gibt es hier: buendnis-mobilitaet.org/ziele/

Die Bündnispartner*innen:

  • ADFC Hamburg
  • Alternativer Wohlfahrtsverband SOAL
  • Arbeitsgruppe Verkehr im Netzwerk HafenCity
  • BUND Hamburg
  • Bündnis Verkehrswende Hamburg
  • Bürgerinitiative Volkspark
  • cambio Hamburg CarSharing GmbH
  • DGNB Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen e.V.
  • Fahrgastverband Pro Bahn
  • Forschungsinstitut Quotas
  • FUSS e.V. Hamburg
  • Gemeinwohl-Ökonomie Hamburg
  • HVV Fahrgastbeirat
  • Klimaschutz Initiative Sachsenwald
  • Kommunalverein Groß Borstel
  • Kurs Fahrradstadt
  • Mobil ohne Auto Nord e.V.
  • NABU Hamburg
  • Naturfreunde Hamburg
  • OTTENSER GESTALTEN
  • Patriotische Gesellschaft von 1765
  • Prellbock Altona
  • Radentscheid Hamburg
  • Reine Luft Altona
  • VCD Nord
  • ver.di Hamburg Fachbereich Besondere Dienstleistungen
  • ver.di Hamburg Fachbereich Verkehr
  • ver.di Hamburg Fachgruppe Sozial-, Kinder-, und Jugendhilfe
  • Zukunftsrat Hamburg

Verkehrsbehörde versucht erforderliche Lärmschutzmaßnahmen für den Umbau der Kreuzung Trabrennbahn/ Ebertallee zu umgehen

BI Volkspark erreicht Schallschutz für Anwohner

Im Jahr 2018-19 wurde die Kreuzung Trabrennbahn/ Ebertallee umgebaut. Beim Umbau erfolgte eine Fahrbahnverlegung der Luruper Chaussee und neue Fahrspuren im Kreuzungsbereich wurden eingerichtet. Des weiteren wurden bereits die Abbiegespuren für die geplante Holstenkampverlängerung vorbereitet.

Gemäß Verkehrslärmschutzverordnung ist nachzuweisen, dass nach dem Umbau die Lärmgrenzwerte eingehalten werden. Hierzu ist vor der Umbaugenehmigung ein Lärmgutachten zu erstellen. Darauf hat die Verkehrsbehörde verzichtet. Auf Nachfrage wurde der BI Volkspark mitgeteilt, dass eine überschlägige Prüfung ergeben hat, dass keine Schallschutzmaßnahmen erforderlich seien. Erst als die BI Volkspark androhte mit einem Rechtsanwalt gegen die Umbaugenehmigung vor zugehen, wurde jetzt nach dem Umbau ein Lärmgutachten erstellt. Dieses kommt zum Ergebnis, das die Lärmgrenzwerte an fast allen Häusern überschritten werden und die nächstgelegenen Wohnhäuser der Straßen Luruper Chaussee, Ebertallee und Kielkamp Anspruch auf Schallschutzmaßnahmen haben! Laut Gutachten betragen die geschätzten Kosten hierfür 265.000 €. Ohne den Einspruch der BI Volkspark wären diese Schallschutzmaßnahmen eingespart worden!!

Ein Verkehrslärmgutachten ist für einen Prognosehorizont von mindestens 10-15 Jahren zu erstellen. Demnach muss bereits heute die zukünftige Belastung durch die Einmündung der geplanten Holstenkampverlängerung berücksichtigt werden. Dies wurde in dem Gutachten nicht berücksichtigt, so dass noch mehr Anwohner Schallschutzansprüche haben könnten.

Tödlicher Radunfall am Holstenkamp durch abbiegenden LKW

Am 19.3.2019 ist erneut ein Radfahrer von einem rechts abbiegenden LKW übersehen und tödlich verletzt worden. Dieser Unfall ereignete sich auf dem Holstenkamp-Ecke Große Bahnstraße. Am 23.4.2019 wurde an der gleichen Stelle ein Radfahrer durch einen abbiegenden Kleintransporter schwer verletzt. Reflexartig fordern in solchen Fällen Verbände und Parteien eine Verbesserung der technischen Ausstattung von LKW, vor allem eine gesetzliche Verpflichtung zur Einrichtung von Abbiegeassistenten. Damit wird jedoch suggeriert, dass technische Lösungen als einzige Reaktion auf solche Unfälle in Frage kommen. Selbstverständlich sollten Abbiegeassistenzsysteme eingeführt werden, Ampelschaltungen verbessert und die Radwege sicherer gestaltet werden.

Radunfall Holstenkamp

Die Bürgerinitiative Holstenkamp fordert aber zusätzlich: LKW müssen durch intelligente Transportkonzepte soweit wie möglich aus Innenstädten verbannt werden. Der Holstenkamp ist schon jetzt stark befahren; mit dem geplanten Ausbau sollen
gemäß Lärmgutachten über 1000 Lkw am Tag ( 7 % Lkw Anteil bei 19000 Kfz/24 h) direkt am Volkspark entlang fahren. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit von Unfällen. Hier sind Unfälle mit Kindern und Radfahrern vorprogrammiert.

Daher:

  • kein Ausbau des Holstenkamps als Durchgangsstraße!
  • Durchfahrtbeschränkungen für Lkw auf der Holstenkampverlängerung.
  • So wenig wie möglich LKW in Innenstädten, weder auf dem Holstenkamp noch sonst irgendwo!

Lärmgrenzwerte der Verkehrs-lärmschutz-verordnung gravierend überschritten

Eine 2018 erstellte Lärmtechnische Untersuchung für den Holstenkamp östlich des Deckels im Bereich des Pflegeheims zeigt, dass die Anwohner des Holstenkamps in Zukunft mit einer Überschreitung der Lärmgrenzwerte der Verkehrslärmschutzverordnung um bis zu 11 dB(A) rechnen müssen. Für die Berechnung wurde auf dem Holstenkamp eine Durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV) von 19.000 Kfz/24 h zu Grunde gelegt. Das ist deutlich mehr als die 15.000 Kfz/24 h die bisher als Maximum genannt wurden. Es ist also geplant noch mehr Verkehr durch die neue Verkehrsachse zu leiten. Die Anwohner haben durch das renommierte Büro Mohr Rechtsanwälte (Elbvertiefungsklage) eine rechtliche Stellungnahme eingeholt:

„Tatsächlich ergeben sich aus dem Lärmgutachten für weitere Bereiche der Bestandsbebauung und auch für die geplanten neuen Gebäude sehr starke Grenzwertüberschreitungen, die auch unter Berücksichtigung angedachter (kleinerer) aktiver Schallschutzmaßnahmen in vielen Bereichen sogar die Lärmsanierungswerte von 67/57 dB(A) überschreiten würden, die nach der neuesten Rechtsprechung des BVerwG auch die eigentumsrechtliche Zumutbarkeitsschwelle definieren.“

Planfeststellungs-beschluss A 7 Deckel Altona

Die Planfeststellungsbehörde hat am 18. Dezember 2018 die Planung festgestellt. Gegen diesen Planfeststellungsbeschlusss https://www.hamburg.de/bwi/np-aktuelle-planfeststellungsverfahren/9508572/a7-altona/

 kann binnen eines Monats nach seiner Zustellung Klage beim Bundesverwaltungsgericht erhoben werden.

Folgende Einwendungen betreffen die Holstenkampverlängerung:

2.5.3.2.3 Einwendungen zur betrieblichen Schadstoffbelastung S.283

Die wesentliche Einwendung war, das zu niedrige Verkehrszahlen und Lkw-Anteile auf der Holstenkampverlängerung und weiteren Straßen in Bahrenfeld zu Grunde gelegt wurden.

In Kapitel 2.5.3.2.3 des Planfeststellungsbeschlusses  wird behauptet, dass eine neue Berechnung zur Schadstoffbelastung mit den höheren Verkehrszahlen stattgefunden habe. Die Ergebnisse werden nicht dargestellt. Es wird nur behauptet, das es keine Grenzwertüberschreitungen an beurteilungsrelevanten Immissionsorten gibt.

2.5.3.4.1 Verkehrsentwicklung im Planungsgebiet S.310

Auf den Plänen ist eine 21 m breite Querung des Deckels in Verlängerung des Holstenkamps ersichtlich. Der Holstenkamp ist damit genauso breit wie eine 4- spurige Fahrbahnseite der A7 geplant.

geplante 21 m breite Querung des Deckels in Verlängerung des Holstenkamps Quelle: BSW

Wesentliche Einwendung: Die Planfeststellung ist eine Vorfestlegung des im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens vorgesehenen Ausbaus des Holstenkamps. Dies ist anhand der geplanten Deckelverstärkung in Höhe des Holstenkamps ersichtlich.

Hierbei wird nur auf das der Planfeststellung nachfolgende Bebauungsplanverfahren verwiesen.

Eine Prüfung durch das renommierte Umweltanwaltbüro Mohr Rechtsanwälte (Elbvertiefungsklage) hat ergeben, dass es das Kostenrisiko der Stadt ist (also der Steuerzahler), wenn dort eine Deckelverstärkung ohne rechtsverbindliche Straßenplanung gebaut wird.

Auswertung der Bürgerbeiträge der Onlinebeteiligung

Die Stadt hat eine interaktive Karte im Internet eingerichtet, auf der jeder seine Meinung zur Planung der Holstenkampverlängerung im Internet eingeben konnte. Mit der Auswertung wurde ausgerechnet das Straßenplanungsbüro SBI beauftragst, das von vielen Bürgern kritisiert wird, da es bei der Verkehrsplanung Bahrenfeld-Nord fast nur den Autoverkehr berücksichtigt. In den 108 Bürgerbeiträgen fand sich kein einziger Befürworter der Holstenkampverlängerung. Deutliche Kritik wird an der grundsätzlichen, übergeordneten Verkehrsplanung geübt, die zu einseitig auf den motorisierten Individualverkehr setzt und alternative Mobilitätsformen zu wenig berücksichtig. Eine Durchbindung des Holstenkamps zwischen Schnackenburgallee bis zum Ebertplatz wird in diversen Beiträgen der Onlinebeteiligung abgelehnt. Eine Durchfahrt solle es nur für Busse, Taxen und Radfahrer geben. Quartiersfremder Verkehr soll um das Plangebiet herumgeführt werden. Für die Holstenkampverlängerung, die Ebertalle und auch die Notkestraße werden Tempo-30-Zonen sowie bauliche Verkehrsberuhigungsmaßnahmen wie z.B. Kreisverkehre, Verkehrsinseln und lärmarme Fahrbahnbeläge gefordert. Weiterhin wird der zur Zeit geprüfte Anschluss an die S-Bahn gefordert, um den Autoverkehr zu verringern. Die Bürgerinitiative Volkspark e.V. schlägt darüber hinaus vor, einen Radschnellweg abseits der Hauptverkehrsstraßen von Osdorf bis zum geplanten Fernbahnhof Diebsteich durch das Plangebiet zu schaffen. In einer Stellungnahme hat die Verwaltung fast alle Vorschläge der Anwohner als nicht durchführbar zurückgewiesen. Lediglich der Radschnellweg und die S-Bahn sollen geprüft werden.
Alle Details zum Download hier
http://www.hamburg.de/fernstrassen/beteiligungsverfahren-holstenkamp/

Fehler im Luftschadstoffgutachten zum A7 Deckel

Das Luftschadstoffgutachten zur A7 enthält falsche Verkehrszahlen für den Holstenkamp und weitere Fehler.

Im Luftschadstoffgutachten zum Altonaer Deckel A7 wurden für die umgebenden Straßen in Bahrenfeld und die geplante Holstenkampverlängerung zu niedrige Verkehrszahlen und Schwerverkehrsanteile angesetzt. Für alle wichtigen Straßen, wie den Holstenkamp und die Luruper Chaussee wurden deutlich niedrigere Verkehrsmengen als in der Verkehrsuntersuchung Bahrenfeld Nord (2014) der Stadt angesetzt. Für die Ebertalle und die Holstenkampverlängerung wurde ein Schwerverkehrsanteil von 0 % berücksichtigt. Dies bedeutet, dass es dort gar keinen Lkw Verkehr gibt. Die Ebertalle hat zurzeit einen Schwerverkehrsanteil von 8 %. Dieser ist auch für die Holstenkampverlängerung anzusetzen. Außerdem wurde die geplante mehrgeschossige Bebauung an der Holstenkampverlängerung nicht berücksichtigt. Weiterhin wurde eine Minderung der Hintergrundbelastung durch NO2 von 20 % bis 2025 angenommen. Dies ist eine sehr optimistische Annahme für einen Zeitraum von 8 Jahren. Bei einer konservativen Betrachtung zur sicheren Seite müsste von der heutigen Hintergrundbelastung von 25 µg /m³ NO2 ausgegangen werden.
Die prognostizierten Schadstoffimmissionen sind aus den genannten Gründen viel zu niedrig. Man fragt sich, ob hier die geplante Holstenkampverlängerung sauber gerechnet werden soll. Die BI Volkspark und viele Anwohner werden deswegen Einwendungen im Planfeststellungsverfahren zum A7 Deckel Altona einreichen.
Alle Informationen zum aktuellen Planfeststellungsverfahren stehen hier.

Hier die ausführliche Begründung:

Das Luftschadstoffgutachten weist gravierende Mängel auf und muss deswegen überarbeitet werden. Die prognostizierten Schadstoffimmissionen sind zu niedrig.

1. Verkehrszahlen und Schwerverkehrsanteile sind falsch

Ein Vergleich der Verkehrszahlen der aktuellsten Verkehrsmengenkarte der Stadt Hamburg von 2015 mit den in Abbilddung 4.2 der Luftschadstoffuntersuchung angesetzten Zahlen (siehe Anhang) zeigt, dass diese viel zu niedrig sind. Insbesondere der Schwerverkehrsanteil (SV-Anteil), der für Fahrzeuge >3,5 t gilt, wird systematisch unterschätzt. Hier einige Beispiele:

ZählstelleEbeneStraßeVerkehrs-
mengenkarte
DTVW 2015
SV-
Anteil %
2015
Luftschad-
stoffgutachten

DTVw 2025
SV-Anteil % Luftschadstoff-gutachten 2025
2898168Holstenkamp W Kreuzung Große Bahnstraße330006386002
105410Luruper Hauptstraße O Engelbrechtweg (Landesgrenze)250007260004
2616305Ebertallee S Kreuzung Luruper Chaussee9000881000

DTVw=durchschnittliche tägliche Verkehrsmenge werktags
Die rot markierten Verkehrszahlen und Schwerverkehrsanteile sind viel zu niedrig!!! In der Ebertallee soll trotz Busverkehr der Schwerlastanteil 0 % betragen. Dies ist unsinnig!!

In der Verkehrsuntersuchung VU Bahrenfeld Nord vom Juni 2014 werden für den Planfall 3A mit verlängertem Holstenkamp in Anlage 4.4 folgende Verkehrszahlen genannt (siehe Anhang):

StraßeVU Bahrenfeld Nord
DTVW 2025
Luftschad
stoffgutachten

DTVw 2025
SV-
Anteil % 2025 gemäß Luftschad-
stoffgutachten
Holstenkamp W Kreuzung Große Bahnstraße45800386002
Holstenkampverlängerung Ostseite17200142001
Holstenkampverlängerung Westseite13500127000
Luruper Chaussee Kreuzung Ebertallee34600260004
Ebertallee Kreuzung
Luruper Chaussee
960081000

Auch hier zeigt sich, dass die angesetzten Verkehrsmengen viel zu niedrig sind und der Verkehrsuntersuchung der Stadt widersprechen!!! Für die Holstenkampverlängerung Westseite wurde ein Schwerverkehrsanteil von 0 % berücksichtigt. Dies ist unsinnig!! Die umgebenden Straßen haben einen Schwerverkehrsanteil von 6 – 8%. Dieser ist auch für die Holstenkampverlängerung anzusetzen.
Grundlage der VU Bahrenfeld Nord waren nach Tabelle 2-1  1800 geplante Wohnungen östlich des Deckels. Jetzt sind dort 3000 Wohnungen geplant. Durch den Mehrverkehr der zusätzlichen Wohnungen steigt der Verkehr auf der Verlängerung des Holstenkamps zur Notkestraße nach Angaben des Straßenplanungsbüros SBI um weitere 1600 Fahrzeuge/Tag auf 18800 Kfz/24h an!

2. Hintergrundbelastung für NO2 und NOx ist zu niedrig angesetzt

In Tabelle 4.3 wurde ein Reduktionsfaktor von 0,8 (=20%) bis 2025 angenommen. Dies ist eine sehr optimistische Annahme für einen Zeitraum von 8 Jahren. Bei einer konservativen Betrachtung zur sicheren Seite müsste von der heutigen Hintergrundbelastung von 25 μg /m³ NO2 ausgegangen werden.

3. Stauanteile

In Abb. 5.1 sind nur auf wenigen Strecken Stauanteile von 20 % berücksichtigt. Für die Von-Sauer-Straße ist dieser Anteil viel zu niedrig. Für die Holstenkampverlängerung wurden kaum Stauanteile berücksichtigt. Dies ist für eine Straße mit über 17000 Kfz/24 h nicht nachvollziehbar! Es ist nicht ersichtlich aus welchen nachvollziehbaren Quellen die Stauanteile ermittelt wurden.

4. Straßenrandbebauung

Aus Abb. 4.3 des Luftschadstoffgutachten ist zu ersehen, dass am verlängerten Holstenkamp keine Randbebauung berücksichtigt wurde. Bei einer Verlängerung des Holstenkamps ist dort eine mehrgeschossige geschlossene Randbebauung vorgesehen. d.h: die berechneten Luftschadstoffimmissionen sind viel zu niedrig !!!

Auf Seite 40 wird behauptet,  dass durch die Holstenkampverlängerung und die A7 nur ein Anstieg von 1 μg/m³ für  NO2 gegenüber der Hintergrundbelastung erfolgt:

„Am Pflegezentrum Holstenkamp (IO 3) ist die abschirmende Wirkung des Tunnels ersichtlich. Hier werden 21 µg/m³ NO2 berechnet. Damit liegt man in diesem Bereich nur 1 µg/m³ über der großräumigen Hintergrundbelastung.“
Dies ist bei über 17000 Kfz/24 h und einem Abstand von ca. 10 m zur Straße  nicht nachvollziehbar.

5. Schadstoffaustrag aus den Tunnelöffnungen an den Ausfahrten Bahrenfeld und Othmarschen

Der Schadstoffaustrag aus den Tunnelöffnungen an den Ausfahrten Bahrenfeld und Othmarschen wurde nicht berücksichtigt. Es wurden nur die Öffnungen am Anfang und am Ende des Tunnels, nicht aber an den Ausfahrten der Autobahn berücksichtigt!

Planfestellungsunterlagen zum A7 Deckel im Internet

Die Planfestellungsunterlagen zum A7 Deckel sind jetzt im Internet.

http://www.hamburg.de/bwvi/np-aktuelle-planfeststellungsverfahren/9508572/a7-altona/

Alle Unterlagen können als PDF heruntergeladen werden.
Die Pläne zum A7-Deckel liegen auch bis Donnerstag, den 9. November 2017 während der Dienststunden im Bezirksamt Altona, Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt, Servicezentrum, Jessenstraße 1 (Foyer), 22767 Hamburg aus.

Einwendungen können bis 11.12.2017 (nicht per Mail) an die Verkehrbehörde geschrieben oder im Bezirksamt Altona eingereicht werden.

Holstenkampquerung
Auf den Plänen ist eine 21 m breite Querung des Deckels in Verlängerung des Holstenkamp ersichtlich. Der Holstenkamp ist damit genauso breit wie eine 4- spurige Fahrbahnseite der A7 geplant. Zum Brückenbauwerk werden keine Aussagen gemacht. Wir sollten Einspruch wegen Vorgriff auf zukünftige Planungen einlegen.

Luther Brücke- Kielkamp Überführung
Die Kielkamp Überführung wird ohne Baustellenersatz abgerissen. (Erläuterungsbericht S. 96). Hier sind möglichst viele Einwendungen nötig, damit während der Bauzeit eine Behelfsbrücke für Radfahrer und Fußgänger errichtet wird. Eine Einwendungsvorlage finden Sie hier.

Fehler im Luftschadstoffgutachten
Im Luftschadstoffgutachten ist die Holstenkampverlängerung schon berücksichtigt, aber mit einer zu niedrigen Verkehrsmenge DTVw von nur 12700- 14200 Kfz/24h. Dies ist deutlich weniger als in der Verkehrsuntersuchung Bahrenfeld Nord genannt wurde. Auf der Veranstaltung am 27.06.2017 wurde gesagt, dass die aktuellen Verkehrszahlen sogar noch 15-20 % über denen der Verkehrsuntersuchung Bahrenfeld Nord liegen.
Die genannten Schwerlastanteile (Lkw) für alle Straßen in Bahrenfeld Nord in Abb.4.2 sind viel zu niedrig:
Holstenkamp 2% ,Holstenkampverlängerung, 0 -1% Ebertallee 0 %
Nach der aktuellen Verkehrsmengenkarte der Stadt Hamburg weist der Holstenkamp einen Schwerlastanteil von 6% und die Ebertallee von 8 % auf. Hier liegt wohl ein Fehler vor.
Daher sind hier Einwendungen erforderlich.
Die Berechnungsergebnisse für Feinstaub und NO2 einschließlich der Holstenkampverlängerung sind beigefügt.

Baustelleneinrichtungsflächen
Folgende Baustelleneinrichtungsflächen sind in unserer Nähe nach dem Landschaftpflegerischer Begleitplan A7 Deckel geplant. Hier ist mit Lärm und Staub zu rechnen.
Geplante Bastelleneinrichtungsflächen.

3Nicht mehr genutzte Tennisplätze südlich des Kielkamp auf der Westseite der A 7 (ca. km 154+860)~ 3.870 m²
14*Fläche im Lutherpark südlich angrenzend an die Lutherhöhe auf der Ostseite der A 7 (ca. km 153+850)~ 270 m²
15Baustofflager nördlich des Holstenkamp aufder Ostseite der A 7(ca. km 153+390)~ 4.800 m²

Städtebauwettbewerbssieger sieht Erweiterung des Volksparks vor

Sieger: Büro Leismann AG / Maurus Schifferli Landschaftsarchitekt aus der Schweiz; Quelle: BSW

Sieger des Städtebauwettbewerbs „Wohnen am Volkspark“ ist ein Schweizer Vorschlag mit Volksparkerweiterung und Verlegung der Hauptverkehrsstraße zum Holstenkamps in einem großen Bogen an den Rand des Volksparks. Viele Wohnungen haben dadurch direkten Volksparkblick. Der Radweg wird auf einer Promenade im erweiterten Volkspark geführt. Die Hauptverkehrsstraße soll durch viele
Übergänge in den Volkspark verkehrsberuhigt werden. An der Trabrennbahn ist
gegenüber der Ebertallee eine autofreie Shopping Plaza geplant.

Der Siegerentwurf wurde auch von den meisten BI Mitgliedern und Anwohnern
favorisiert.
(Siehe hier)

Auch Oberbaudirektor Björn Walther und das Bezirksamt Altona begrüßten diesen Entwurf begeistert. Einige CDU- und SPD Vertreter bemängelten bei der Preisverleihung, dass der
Holstenkamp nicht gerade durchgezogen wird und durch die Volksparkerweiterung weniger Wohnbaufläche zur Verfügung steht.
Es ist daher zu hoffen, dass mit der prominenten Unterstützung durch den Oberbaudirektor der Siegerentwurf nicht verunstaltet wird. Erfreulich war, dass alle Planer
Verkehrsberuhigungsmaßnahmen für den Holstenkamp vorgesehen haben. Auch die internationale Wettbewerbsjury wählte als Preisträger die 3 Entwürfe aus, die die beste Verkehrsberuhigung für die Holstenkampverlängerung aufwiesen. Es zeigt sich, dass die Stadtplanungsexperten der Jury und die Planer eine zukunftsfähige Verkehrsplanung wünschen, während die Stadt Hamburg in ihrem Verkehrsgutachten das Auto als Hauptverkehrsmittel für das neue Wohngebiet betrachtet.
Wir müssen unbedingt verhindern, dass die Verkehrsbehörde die vorgesehene Verkehrsberuhigungsmaßnahmen wieder streicht!

Um eine Verlärmung des Volksparks zu verhindern und die Bewohner der schönen Wohnungen zum Volkspark zu schützen, fordert die BI Volkspark Tempo 30 auf der gesamten Strecke sowie bauliche Verkehrsberuhigungsmaßnahmen z.B. durch Kreisverkehre!!

Bürger hielten Planungswerkstatt für eine Alibiveranstaltung

Am 30.1.2016 fand die Planungswerkstatt zur geplanten Bebauung der Trabrennbahn Bahrenfeld statt. Die Wünsche der Anwohner, die in Workshops zu den „Themen Mobilität und Verkehr“, „Städtebau und Wohnen“ sowie „Freiraum und soziale Infrastruktur“ gesammelt wurden, sollen angeblich in den städtebaulichen Wettbewerb „Wohnen am Volkspark“ eingebracht werden.
Auf die Frage, welchen Einfluss die Anwohner auf die Planungen hätten, wurde von den Behörden erklärt, dass die Verlängerung des Holstenkamps zur Notkestraße, sowie mindestens 2000 Wohnungen bereits festgeschrieben seien. Dies stieß auf großen Protest, zumal eine rechtlich verbindliche Festlegung der neuen Hauptverkehrsachse erst im Bebauungsplan, der frühestens 2018 verabschiedet wird, erfolgt. Viele Anwohner hielten die Planungswerkstatt aufgrund dieser Vorgaben für eine Alibiveranstaltung.
In den Workshops konnten die Anwohner ihre Vorstellungen einbringen. Es wurde der Bau der U-Bahn Linie 5 über Bahrenfeld Nord, Tempo 30 auf allen neuen Straßen und Durchfahrt über den Deckel nur für Busse und Radfahrer gefordert. Andere Forderungen waren eine verkehrsberuhigte Zone vor dem Haupteingang des Volksparks an der August-Kirch-Straße, ein zukunftsweisendes Radverkehrskonzept mit Rad- und Fußwegen unabhängig von Straßen, sowie die Berücksichtigung der Stellungnahme von Prof. Monheim, der die Autodominanz des Behördengutachtens massiv kritisiert, im städtebaulichen Wettbewerb.
Die Bürger forderten, die Wohndichte an die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Schienennahverkehrs anzupassen. Außerdem wurde eine möglichst geringe Bodenversieglung sowie Dach- und Fassadenbegrünung als Ausgleich für die Kleingärten, die zerstört werden sollen, sowie ein Bauverbot im jetzigen Landschaftsschutzgebiet gefordert.
Im Städtebau wurde gewünscht, dass die geplanten Wohnhäuser von der Luruper Chausse zum Volkspark in der Höhe abnehmen, damit das Wohngebiet einen fließenden Übergang zum Volkspark aufweist. Auch im Bereich der 2-geschossigen Bebauung am Kielkamp und der August-Kirch-Straße wurde in Anpassung an die Umgebung eine niedrigere Bebauung gefordert. Viele Anwohner wünschten sich attraktive Quartiersplätze mit Gastronomie als Treffpunkt im Plangebiet. Der Einzelhandel sollte an der Luruper Chaussee gebündelt werden, damit kein zusätzlicher Verkehr in das Wohngebiet fließt. Es wurden auch Angebote für Studenten und Baugemeinschaften sowie Schulen und vielfältige sportliche und kulturelle Angebote gewünscht.
Das Protokoll der Veranstaltung finden sie hier.