umfangreiche Standortanalyse für die Science City Hamburg Bahrenfeld und Umgebung

Es ist eine umfangreiche Standortanalyse für die Science City Hamburg Bahrenfeld und Umgebung erschienen. Hier werden vielfältige Aspekte zur Bestandssituation und die Geschichte Bahrenfelds erläutert: https://799b0753.flowpaper.com/210209SCBStandortanalysedigitalTextteil/#page=1

https://www.hafencity.com/news/standortanalyse-science-city-hamburg-bahrenfeld-veroeffentlicht-1

Auszüge zum Verkehr:

Erfreulich ist, dass Forderungen der BI Volkspark jetzt zumindest untersucht werden sollen:

Zitat Seite 58: Seit der ersten Verkehrsuntersuchung sind die Planungen konkreter geworden, Teile der Neuen Mitte Altona sind bezogen, gesamtstädtische Vorhaben im Zuge der Verkehrswende (z. B. Velorouten, Hamburg-Takt) waren 2014 in dieser Form noch nicht abzusehen.

Es ist daher empfehlenswert, die in der Verkehrsuntersuchung von 2014 getroffenen Annahmen vor dem Kontext konkreter Nutzungsannahmen und neuerer Verkehrsentwicklungen im Koordinationsbereich zu prüfen und Planungsalternativen (wie z. B. die Freigabe des durchgebundenen Holstenkamp nur für Anliegerverkehre oder den ÖPNV) neu zu bewerten und dabei die Ergebnisse der aktuellen Bestandsaufnahme von 2020 einzubeziehen- ARGUS Stadt und Verkehr Partnerschaft mbB, Hamburg: Bestandsaufnahme Verkehr und Mobilität Science City Hamburg Bahrenfeld und Umgebung, 27.07.2020.

Der Verkehr wird ab  Seite 257 betrachtet.

Seite 273: Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der Koordinationsbereich zwar abseitig vom bestehenden Schnellbahnnetz liegt, aber durch ein gutes Angebot an Metrobuslinien, ergänzt durch einzelne Schnell- bzw. Expressbuslinien, gut erreichbar ist. Durch die abseitige Lage vom Schnellbahnnetz ergeben sich jedoch deutliche Fahrtzeitenvorteile für den MIV, mit der Konsequenz einer deutlich überdurchschnittlichen MIV-Nutzung im Vergleich zum Durchschnitt Altonas.

Der von der BI Volkspark geforderte Radschnellweg wird jedoch nur als Veloroute erwähnt.

Seite 275: Mit einer neuen Ost-West-Veloroute zwischen Innenstadt und Schenefeld soll das Netz an hochwertigen Fahrradverbindungen im Hamburger Westen weiter ausgebaut werden. Es ist nach derzeitigem Planungsstand vorgesehen, dass diese Route ausgehend vom Neuen Pferdemarkt über das Schanzenviertel zum künftigen Fernbahnhof Diebsteich, ab dort entlang des Holstenkamps zum Koordinationsbereich und weiter über den Osdorfer Born nach Schenefeld verläuft.

Hierdurch wird eine schnelle Radwegeverbindung zwischen der Hamburger Innenstadt und dem Koordinationsbereich geschaffen. Der Verlauf der Veloroute 1 wird zukünftig stärker in den Grüngürtel rund um den DESY-Campus integriert.

Auf Seite 292 ist die Auswirkung des Deckels auf die Lärmimmission nachts dargestellt. Allerdings wurde die geplante Holstenkampverlängerung nicht berücksichtigt!

Wohnraumpotentiale Bahrenfeld Nord

nach Seite 74

Trabrennbahn: 1500 WE

August-Kirch-Str. 1000 WE

Holstenkamp: 250 WE

Neues Gutachten „VU Östliches Altona“ zur Förderung des Autoverkehrs in Altona

Die Verkehrsbehörde hat ein neues Verkehrsgutachten vorgestellt:

https://suche.transparenz.hamburg.de/dataset/verkehrsuntersuchung-oestliches-altona-abschlussbericht

https://buergerinitiative-volkspark.de/wp-content/uploads/2021/01/Verkehrsprognose-ohne-Science-City.pdf

Die Stadt setzt darin weiterhin auf eine massive Förderung des Autoverkehrs in Altona. Auf fast 500 Seiten werden nur Maßnahmen zur Förderung des Kfz-Verkehrs (MIV) dargestellt. Hauptmaßnahme ist weiterhin die Verlängerung des Holstenkamps durch ein Landschaftsschutzgebiet direkt am Volkspark entlang:

„Der verlängerte Holstenkamp wird in erheblichem Maße mit zusätzlichen Kfz-Verkehren aus den städtebaulichen Entwicklungen, aber auch in nicht unerheblichem Umfang durch Verkehrsverlagerungen belastet.

Entlang des verlängerten Holstenkamp sind entsprechend der Verkehrsprognose schon ohne Science City ca. 12.000 Kfz/d als Verlagerungen aus dem umliegenden Straßennetz zu erwarten. „

Zusätzlich soll der Verkehr zur Science City über diese Straße geleitet werden.

Das Straßenplanungsbüro SBI wurde vermutlich ohne Ausschreibung beauftragt, das Verkehrsgutachten Östliches Altona zu erstellen. Von der Verkehrswende hat das Planungsbüro SBI noch nichts gehört!! So werden auf über 400 Seiten des Gutachtens fast alle Ampeln im Gebiet auf Eignung für den Kfz-Verkehr geprüft. Radfahrer und Fußgänger spielen in den Überlegungen keine Rolle.

Das zeigt sich insbesondere an der Ampel Holstenkamp Ecke Schnackenburgallee, bei der der Radübergang schon zurück gebaut würde, so dass Radfahrer jetzt mehrere Minuten brauchen um die Kreuzung zu überqueren.

https://buergerinitiative-volkspark.de/wp-content/uploads/2021/01/Luruper-Nachrichten-14-05-2014.pdf

Hier wurde bereits umgesetzt, wie die Planer sich die autogerechte Ampel vorstellen.

BI Volkspark schliesst sich dem neuen „Hamburger Bündnis Mobilität“ an

30 Hamburger Organisationen haben sich zum „Hamburger Bündnis Mobilität“ für eine konsequente  Mobilitätswende zusammengeschlossen. Für eine lebenswerte und klimagerechte Stadt soll Hamburgs Mobilität sicher, gesund,
inklusiv, umweltschonend und wirtschaftlich sinnvoll organisiert sein.

Die Forderungen des Bündnisses sind dabei im Einzelnen:

  • Gesteigerte Verkehrssicherheit: Oberstes Leitziel der Verkehrsplanung wird die „VisionZero“, das heißt der Verkehr soll so sicher und fehlertolerant organisiert werden, dass möglichst keine Verkehrstoten und Schwerverletzten mehr auftreten.
  • Reduktion des motorisierten Individualverkehrs (MIV): Der ruhende und fahrende Kfz-Verkehr verringert sich drastisch: Im Jahr 2035 sollen 90% der Hamburgerinnen Verkehrsmittel des „Umweltverbunds“ (ÖPNV, Fahrrad und Zufußgehen) nutzen.
  • Klimagerechtigkeit: Der Verkehrssektor trägt dazu bei, dass Hamburg 2035 CO2-neutral ist. Die Ziele des Klimaplans für den Verkehrssektor werden entsprechend geschärft.
  • Verbesserte Luftqualität: Die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Grenzwerte werden 2030 überall eingehalten.
  • Verbesserter Lärmschutz: In Wohnlagen sollen unverzüglich die gesetzlichen Maximalwerte für Lärm am Tag und in der Nacht eingehalten werden. Langfristig sollen die noch leiseren Empfehlungen des Umweltbundesamtes eingehalten werden.
  • Flächenschutz: Pro Jahr sind 3% der Verkehrsflächen auf öffentlichem und privatem Grund zu entsiegeln, zu renaturieren oder in Räume mit hoher Aufenthaltsqualität umzuwandeln
  • Das Bündnis Mobilität fordert eine ganzheitliche Verkehrsplanung, die unsere qualitativen und messbaren Ziele zügig und verbindlich erreicht.
  • Dabei müssen Verkehrskonzepte und Entscheidungen über Großprojekte mit Beteiligung der Bürgerinnen und Verbände entwickelt werden.
  • Die Behörden und öffentlichen Unternehmen sind mit entsprechenden zielführenden Aufträgen, Kompetenzen, Personal und Finanzen auszustatten.
  • Die A 26-Ost wird ein kritischer Punkt in den Koalitionsverhandlungen und für die Zukunft des Verkehrs in Hamburg. Die A 26-Ost führt zu mehr Kfz-Verkehr, zerstört Natur und ist in Hinblick auf die Mobilitätswende auch volkswirtschaftlich falsch. Deshalb sollen die Planungen umgehend gestoppt werden.

„SPD und Grüne müssen in den kommenden fünf Jahren die richtigen Weichen für die Mobilitätswende stellen. Die Ziele müssen eine hohe Lebensqualität und Klimagerechtigkeit sein. Die Schonzeit für viel zu viele und überdimensionierte Autos ist beendet und auch der Wirtschaftsverkehr muss seinen Teil zur Mobilitätswende beitragen. Die Bereitschaft für Veränderungen ist offensichtlich. Jetzt soll die Mobilitätswende schnell kommen und gleich richtig gut werden!

Das Hamburger Bündnis Mobilität bringt unterschiedliche Expertise, Betroffenheit und Durchsetzungskraft zusammen. Damit stellen wir uns im komplexen Themenfeld Mobilität optimal auf, um das politische Handeln kritisch zu bewerten, zu fordern und konstruktiv zu begleiten“, so Wiebke Hansen, Sprecherin des Hamburger Bündnis Mobilität.

Das „Hamburger Bündnis Mobilität“ besteht aus Verkehrsverbänden und -initiativen, Umwelt- und
Sozialverbänden, Stadtteilgruppen und gewerkschaftlichen Akteuren. Die gemeinsame Vision und Ziele
zur Mobilität in Hamburg 2035 des Bündnisses gibt es hier: buendnis-mobilitaet.org/ziele/

Die Bündnispartner*innen:

  • ADFC Hamburg
  • Alternativer Wohlfahrtsverband SOAL
  • Arbeitsgruppe Verkehr im Netzwerk HafenCity
  • BUND Hamburg
  • Bündnis Verkehrswende Hamburg
  • Bürgerinitiative Volkspark
  • cambio Hamburg CarSharing GmbH
  • DGNB Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen e.V.
  • Fahrgastverband Pro Bahn
  • Forschungsinstitut Quotas
  • FUSS e.V. Hamburg
  • Gemeinwohl-Ökonomie Hamburg
  • HVV Fahrgastbeirat
  • Klimaschutz Initiative Sachsenwald
  • Kommunalverein Groß Borstel
  • Kurs Fahrradstadt
  • Mobil ohne Auto Nord e.V.
  • NABU Hamburg
  • Naturfreunde Hamburg
  • OTTENSER GESTALTEN
  • Patriotische Gesellschaft von 1765
  • Prellbock Altona
  • Radentscheid Hamburg
  • Reine Luft Altona
  • VCD Nord
  • ver.di Hamburg Fachbereich Besondere Dienstleistungen
  • ver.di Hamburg Fachbereich Verkehr
  • ver.di Hamburg Fachgruppe Sozial-, Kinder-, und Jugendhilfe
  • Zukunftsrat Hamburg

Bürger*innen-Beteiligung Science City Bahrenfeld

Die Science City Hamburg Bahrenfeld (SCHB) besteht aus DESY, drei Fachbereichen der Universität Hamburg (Physik, Chemie und Biologie (teilweise)) und mindestens 2500 Wohnungen südlich vom Volkspark. Zwischendurch soll eine Hauptverkehrsstraße („Neuer Holstenkamp“) führen.

Die Bauleitplanung liegt bei der SCHB GmbH, einem Betrieb der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH). Der Bezirk Altona musste alle Rechte an die FHH. Die betroffenen Anwohner*innen haben somit weder ein direktes Mitspracherecht, noch über die Bezirksversammlung Altona (BV Altona), die bestenfalls beratend in den Planungsprozess eingreifen kann. Alle Mitwirkungsmöglichkeiten der Bevölkerung werden von der SCHB GmbH gesteuert. Sie bestimmt die Themen, über die geredet oder nicht geredet wird.

Nach diesem Schema lief in den vergangenen Jahren auch die „Bürgerbeteiligung“ zum „Wohnen am Volkspark“ ab. Hauptkritikpunkt der BI Volkspark und vieler Anwohner*innen war der „Neue Holstenkamp“, der über den Deckel quer durch das das Wohngebiet verlaufen soll. Die Forderung, den zusätzlichen Verkehr nicht über neue Straßen, sondern über eine bessere ÖPNV-Anbindung zu leiten, wurde von den Behörden beharrlich ignoriert.

Deshalb hatte die BI Volkspark in ihren Wahlprüfsteinen für die Bürgerschaftswahl 2020 die Parteien gefragt, ob sie zur Begleitung der anstehenden Veränderungsprozesse (A7-Deckel, „Wohnen am Volkspark“, Science City-HH-Bahrenfeld, S32) einen Stadtteilbeirat für Bahrenfeld einrichten würden. GRÜNE und LINKE waren dafür, SPD und CDU antworteten nicht. Und im Koalitionsvertrag von SPD/GRÜNE steht auf Seite 24: „Niemand kennt Hamburg und seine Quartiere besser als die Bürger*innen, die vor Ort leben. Sie zu beteiligen ist deshalb für uns unverzichtbar. Wir wollen Hamburg auch künftig gemeinsam gestalten – mit Stadtwerkstätten, Bürger*innendialogen, Stadtteilbeiräten und diversen formellen oder informellen Beteiligungsformaten.“

Im Herbst letzten Jahres brachten die BI Volkspark und die Luthergemeinde Bahrenfeld eine Eingabe zur Bürgerbeteiligung in die BV Altona ein . Inzwischen hat sich die BV darauf festgelegt, dass sie einen Sonderausschuss SCHB einrichten wird. Dieser Sonderausschuss soll dann über einen Stadtteilbeirat entscheiden.

Welche Partei macht sich für die Grüne Lunge Volkspark stark? – Wahlprüfsteine zur Bürgerschaftswahl

Die Entwicklung entlang des neuen Autobahndeckels und auf der Trabrennbahn, jetzt auch unter dem Stichwort „Science City“, gehören für Altona zu den wichtigsten Projekten in den kommenden Jahren. Die Verkehrsbehörde plant in diesem Zusammenhang den Holstenkamp als neue Verkehrsachse direkt am Volkspark entlang zu verlängern, um die Stresemannstraße zu entlasten.

Die Bürgerinitiative Volkspark setzt sich seit Jahren für eine schonende Umgestaltung des Areals um den Volkspark ein. Dazu gehört auch, dass der Verkehr möglichst umweltverträglich ist. Anlässlich der Wahl zur Bürgerschaft 2020 wurden die Parteien aufgefordert, Stellung zu beziehen. SPD und CDU hielten es nicht für nötig, die Fragen zu beantworten.

Den Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) und den Radverkehr wollen GRÜNE und LINKE stärken. Nutzungseinschränkungen für die Durchfahrt über den Deckel (Kommunaltrasse, bauliche Verkehrsberuhigung und Tempo 30) unterstützt die LINKE. Die GRÜNEN sind angesichts der Notwendigkeit der Verkehrswende für eine Diskussion darüber, ob der verlängerte Holstenkamp als Kommunaltrasse – d.h. Durchfahrt lediglich für HVV, Fahrräder und Taxen- gestaltet werden kann.  Um die Vereinbarung zur Holstenkampverlängerung mit der SPD zu ändern, müssen jedoch neue Mehrheiten gefunden werden.  Verkehrsberuhigung und Tempo 30 unterstützen die GRÜNEN auch.

LINKE und FDP sind dafür, die S32 Süd als direkte schienengebundene Nahverkehrsanbindung für Bahrenfeld Nord vor der Bebauung des Gebietes weitgehend fertig zu stellen. Die GRÜNEN sind dazu neutral, da es am Ende aber nicht so sein soll, dass der Wohnungsbau auf die Bahn warten muss, obwohl er schon möglich wäre.

Eine Fahrrad-Unterführung in West-Ost-Richtung im Fernbahnhof Diebsteich unterstützen GRÜNE, und LINKE.

GRÜNE und LINKE unterstützen Busspuren für die Linien 2,3 und X3. Die GRÜNEN weisen aber darauf hin, dass der Streckenabschnitt nicht beschrieben ist und vergeben daher nur ein neutral.

Entgegen der Wünsche der BI sprach sich die SPD Altona zur BVV Wahl weiter dafür aus, den Holstenkamp als moderne und durchgängige Stadtstraße auszugestalten. Die CDU Altona unterstützte zur BVV Wahl fast alle Positionen der BI Volkspark.

Aussagen die den Parteien vorgelegt wurden:

1.           Stimmen Sie folgenden Aussagen bezüglich einer Verlängerung des Holstenkamps nach Bahrenfeld Nord zu?

a             Dem ÖPNV und dem Radverkehr sind Priorität zuzuordnen.

b             Die Durchfahrt vom Holstenkamp zur Notkestraße wird im Bereich des A7‐Deckels als Kommunaltrasse eingerichtet. d.h. Durchfahrt lediglich für HVV, Fahrräder und Taxen.

c             Um den Verkehr auf der Holstenkamp‐Verlängerung zu entschleunigen, müssen im Bebauungsplan Kreisverkehre und weitere bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung der Straße festgelegt werden. Für den HVV sind gesonderte Durchfahrten einzuplanen.

2.           Um die Anwohner vor Lärm oder Abgasen zu schützen und aus Gründen der Verkehrssicherheit muss für die gesamte Holstenkamp‐Verlängerung Tempo 30 gelten.

3.           Die geplante S‐Bahn Linie S32 Süd muss ‐ wie seiner Zeit die U‐Bahn in der Hafencity‐ vor der Bebauung des Gebietes weitgehend fertiggestellt werden.

4.           Um den von der BI‐Volkspark geforderten Radschnellweg zwischen Bahrenfeld‐Nord und dem Schanzenviertel schnell und attraktiv zu gestalten, muss im Fernbahnhof Diebsteich eine Fahrradunterführung gebaut werden.

5.           Für die Metrobuslinien 2 und 3, sowie für die Expressbuslinie X3 sollen durchgehende Busspuren eingerichtet werden.

6.           Im Verkehrskonzept für das Wohnen am Volkspark und die Science City Bahrenfeld müssen die Belange des ÖPNV sowie des Rad‐ und Fußgängerverkehrs deutlich vor dem MIV berücksichtigt werden.

7.           Um die anstehenden Veränderungsprozesse (A7‐Deckel, „Wohnen am Volkspark“, Science City‐HH‐Bahrenfeld, S32) begleiten zu können, muss ein Stadtteilbeirat Bahrenfeld eingerichtet werden.

Antworten der Parteien:

SPDCDUGRÜNELINKEFDPÖDP
1aHolstenkampverlängerung Priorität ÖPNV Rad  JaJaNeutralJa
1bKein Durchgangsverkehr über den Deckel  NeutralJaNeinJa
1cbauliche Verkehrsberuhigung  JaJaNeinJa
2Holstenkamp Tempo 30  JaJaNeutralJa
3S32 vor Bebauung fertigstellen  NeutralJaJaNeutral
4Fahrradtunnel unter Bhf Diebsteich  JaJaNeinJa
5Busspuren  NeutralJaNeinNeutral
6Science City Priorität ÖPNV Rad Fußgänger  JaJaNeinJa
7Stadtteilbeirat Bahrenfeld  JaJaNeutralja

Verkehrsbehörde versucht erforderliche Lärmschutzmaßnahmen für den Umbau der Kreuzung Trabrennbahn/ Ebertallee zu umgehen

BI Volkspark erreicht Schallschutz für Anwohner

Im Jahr 2018-19 wurde die Kreuzung Trabrennbahn/ Ebertallee umgebaut. Beim Umbau erfolgte eine Fahrbahnverlegung der Luruper Chaussee und neue Fahrspuren im Kreuzungsbereich wurden eingerichtet. Des weiteren wurden bereits die Abbiegespuren für die geplante Holstenkampverlängerung vorbereitet.

Gemäß Verkehrslärmschutzverordnung ist nachzuweisen, dass nach dem Umbau die Lärmgrenzwerte eingehalten werden. Hierzu ist vor der Umbaugenehmigung ein Lärmgutachten zu erstellen. Darauf hat die Verkehrsbehörde verzichtet. Auf Nachfrage wurde der BI Volkspark mitgeteilt, dass eine überschlägige Prüfung ergeben hat, dass keine Schallschutzmaßnahmen erforderlich seien. Erst als die BI Volkspark androhte mit einem Rechtsanwalt gegen die Umbaugenehmigung vor zugehen, wurde jetzt nach dem Umbau ein Lärmgutachten erstellt. Dieses kommt zum Ergebnis, das die Lärmgrenzwerte an fast allen Häusern überschritten werden und die nächstgelegenen Wohnhäuser der Straßen Luruper Chaussee, Ebertallee und Kielkamp Anspruch auf Schallschutzmaßnahmen haben! Laut Gutachten betragen die geschätzten Kosten hierfür 265.000 €. Ohne den Einspruch der BI Volkspark wären diese Schallschutzmaßnahmen eingespart worden!!

Ein Verkehrslärmgutachten ist für einen Prognosehorizont von mindestens 10-15 Jahren zu erstellen. Demnach muss bereits heute die zukünftige Belastung durch die Einmündung der geplanten Holstenkampverlängerung berücksichtigt werden. Dies wurde in dem Gutachten nicht berücksichtigt, so dass noch mehr Anwohner Schallschutzansprüche haben könnten.

Neue S-Bahn nach Bahrenfeld Nord und Osdorfer- aber wann?

Die BI Volkspark begrüßt die geplante neue S-Bahn-Strecke über Bahrenfeld Nord nach Osdorf. Insbesondere zu begrüßen ist, dass die Arena zusätzlich eine U-Bahn Anbindung erhält. Die S-Bahn kann zur erheblichen Reduzierung des Autoverkehrs führen und die Holstenkamp-Verlängerung als Durchgangsstraße überflüssig machen.

In der Verkehrsuntersuchung Bahrenfeld Nord von 2014 wurde behauptet: „Veränderungen der ÖV-Anteile durch ein Schnellbahnangebot sind im Rahmenplangebiet nur in geringem Umfang zu erwarten“.

Diese fragwürdige Aussage des Straßenplanungsbüros SBI, das von der Verkehrsbehörde regelmäßig ohne Ausschreibung beauftragt wird, ist mit dem Ergebnis der Machbarkeitsuntersuchung Geschichte. Die Hamburger Hochbahn dazu:„Damit würden nicht nur Lurup, Osdorfer Born und Hamburgs neuer Wissenschaftsstandort, die Science City in Bahrenfeld, direkt an das S-Bahn-Netz angebunden. Viele Menschen entlang der Strecke profitierten davon – der Straßenverkehr und auch die Busse der hoch frequentierten Linie 3 würden nachhaltig entlastet.“ (www-schneller-durch-hamburg.de)

Quelle: BSW

Es ist davon auszugehen, dass die neue S-Bahn in Bahrenfeld Nord frühestens in zwanzig Jahren fährt. Wie der Verkehr zur geplanten Science City bis dahin umweltfreundlich erfolgen soll, ist bisher nicht geklärt. Die Schaffung neuer Busspuren und weiterer Expressbuslinien würde Attraktivität und Zuverlässigkeit des ÖPNV erheblich verbessern.

BVV Wahl: SPD, Grüne und FDP für Holstenkampverlängerung als Durchgangsstraße

Welche Partei macht sich für die Grüne Lunge Volkspark stark?

Prüfsteine der BI Volkspark zur Bezirksversammlungswahl 2019 in Altona

Die BI Volkspark setzt sich seit Jahren für eine schonende Umgestaltung des Areals um den Volkspark ein. Dazu gehört auch, dass der Verkehr möglichst umweltverträglich ist. Anlässlich der Wahl zur Bezirksversammlung Altona 2019 wurden die Parteien aufgefordert, Stellung zu beziehen. Hier sind die Antworten zusammengefasst. Die ausführlichen Aussagen finden Sie weiter unten.

Den ÖPNV und den Radverkehr wollen CDU, GRÜNE, LINKE, AfD, PIRATEN stärken (Aussage 1). Nutzungseinschränkungen für die Durchfahrt über den Deckel (Kommunaltrasse, Verkehrsberuhigung) unterstützen CDU, LINKE, AfD, PIRATEN (Aussagen 2+3),

Tempo 30 wird von CDU, GRÜNE, LINKE, AfD, PIRATEN  (Aussage 4) unterstützt.

Die S32 Süd als direkte schienengebundene Nahverkehrsanbindung für Bahrenfeld-Nord wollen alle Parteien (Aussage 5).

Eine Fahrrad-Unterführung in West-Ost-Richtung im Fernbahnhof Diebsteich unterstützen die CDU, FDP und PIRATEN (Aussage 6), eine Unterführung für die Busse (Aussage 7) CDU, AfD und PIRATEN.

Die SPD hat sich zu einigen Aussagen weiter unten verbal geäußert. Die LINKE und die Piraten lehnen die Verlegung des Fernbahnhofs zum Diebsteich ab und beantworten die Aussagen 6 und 7 deswegen nicht.

Während die derzeitigen Regierungsparteien SPD und GRÜNE, ebenso wie die FDP, sich ausdrücklich gegen Einschränkungen des Verkehrs über den Deckel aussprechen, findet unter den anderen Parteien die Entschleunigung des Verkehrs und die Bevorzugung des ÖPNV- und Radverkehrs über den Deckel eine breite Zustimmung. Man darf sehr gespannt sein, ob es sich hier nur um wohlwollende Wahlversprechen handelt, oder ob auch tatsächlich entsprechend abgestimmt wird.  Daran wird die BI Volkspark die künftigen Fraktionen erinnern. So haben CDU und Grüne sich 2014 vor der Wahl gegen den Holstenkamp als Durchgangsstraße ausgesprochen, aber anschließend für die Holstenkampverlängerung gestimmt. Die BI Volkspark wird mit allen Parteien den Dialog suchen, sofern sie die Würde jedes Menschen achten.

Aussagen die den Parteien vorgelegt wurden:

  1. Dem ÖPNV und dem Radverkehr sind Priorität zuzuordnen.
  2. Die Durchfahrt vom Holstenkamp zur Notkestraße wird im Bereich des A7-Deckels als Kommunaltrasse eingerichtet. d.h. Durchfahrt lediglich für HVV, Fahrräder und Taxen.
  3. Um den Verkehr auf der Holstenkamp-Verlängerung zu entschleunigen, müssen im Bebauungsplan Kreisverkehre und weitere bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung der Straße festgelegt werden. Für den HVV sind gesonderte Durchfahrten einzuplanen.
  4. Das Lärmgutachten hat gezeigt, dass Lärmgrenzwerte der Verkehrslärmschutzverordnung durch die Holstenkamp-Verlängerung gravierend überschritten werden. Die Geschwindigkeit auf der Holstenkamp-Verlängerung muss daher auf 30 km/h begrenzt werden. Zudem ist dann ein sicheres Erreichen des Volksparks für die Anwohner möglich.
  5. Das Quartier Wohnen am Volkspark und die Science City mit DESY müssen durch die S-Bahn Linie S32 Süd schnellstmöglich eine direkte schienengebundene Nahverkehrsanbindung erhalten.
  6. Um den von der BI-Volkspark geforderten Radschnellweg zwischen Bahrenfeld-Nord und dem Schanzenviertel schnell und attraktiv zu gestalten, muss im Fernbahnhof Diebsteich eine Fahrradunterführung gebaut werden.
  7. Der HVV muss eine durchgehende Buslinie vom Ebertplatz nach Eimsbüttel mit Halt in einer Unterführung im Fernbahnhof Diebsteich einrichten. (Der aktuelle Planungsstand sieht je eine Buslinie vor, die am westlichen und am östlichen Eingang des Bahnhofs endet.)

Antworten der Parteien:

 Leerfelder siehe Stellungnahmen der Parteien 

SPD: Die Entwicklung entlang des neuen Autobahndeckels und auf der Trabrennbahn, jetzt auch unter dem Stichwort „Science City“, gehören für Altona zu den wichtigsten Projekten in den kommenden Jahren. Städtebaulich und strukturell kann hier Vorbildliches entstehen, auch unter dem Gesichtspunkt nachhaltiger und moderner Mobilität. Entgegen der Wünsche der BI spricht sich die SPD Altona auch weiter dafür aus, den Holstenkamp hierfür als moderne und durchgängige Stadtstraße auszugestalten. Wie dies konkret aussehen wird, auch unter dem Gesichtspunkt des später entstehenden neuen Fernbahnhofes und der überörtlichen Radverkehrsführung, wird mit den verantwortlichen Fachbehörden zu diskutieren sein. Ich bin der festen Überzeugung, dass eine moderne Straße ausreichend und sicheren Raum für Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV und auch den Autoverkehr bieten kann. Hierfür gibt es genügend Beispiele. 

Linke: DIE LINKE ist gegen die Bahnhofsverlegung; grundsätzlich sind wir für gute, direkte und mehr Fahrradverbindungen.

PIRATEN: Auch die PIRATEN sind gegen die Verlegung des Fernbahnhofes Diebsteich. Wir sind generell für den Ausbau von Radschnellwegen und durchgehende Buslinien im Stadtverkehr, auch unter dem Fernbahnhof Diebsteich, wenn er denn gebaut wird.

Tödlicher Radunfall am Holstenkamp durch abbiegenden LKW

Am 19.3.2019 ist erneut ein Radfahrer von einem rechts abbiegenden LKW übersehen und tödlich verletzt worden. Dieser Unfall ereignete sich auf dem Holstenkamp-Ecke Große Bahnstraße. Am 23.4.2019 wurde an der gleichen Stelle ein Radfahrer durch einen abbiegenden Kleintransporter schwer verletzt. Reflexartig fordern in solchen Fällen Verbände und Parteien eine Verbesserung der technischen Ausstattung von LKW, vor allem eine gesetzliche Verpflichtung zur Einrichtung von Abbiegeassistenten. Damit wird jedoch suggeriert, dass technische Lösungen als einzige Reaktion auf solche Unfälle in Frage kommen. Selbstverständlich sollten Abbiegeassistenzsysteme eingeführt werden, Ampelschaltungen verbessert und die Radwege sicherer gestaltet werden.

Radunfall Holstenkamp

Die Bürgerinitiative Holstenkamp fordert aber zusätzlich: LKW müssen durch intelligente Transportkonzepte soweit wie möglich aus Innenstädten verbannt werden. Der Holstenkamp ist schon jetzt stark befahren; mit dem geplanten Ausbau sollen
gemäß Lärmgutachten über 1000 Lkw am Tag ( 7 % Lkw Anteil bei 19000 Kfz/24 h) direkt am Volkspark entlang fahren. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit von Unfällen. Hier sind Unfälle mit Kindern und Radfahrern vorprogrammiert.

Daher:

  • kein Ausbau des Holstenkamps als Durchgangsstraße!
  • Durchfahrtbeschränkungen für Lkw auf der Holstenkampverlängerung.
  • So wenig wie möglich LKW in Innenstädten, weder auf dem Holstenkamp noch sonst irgendwo!

Science City Bahrenfeld nur mit Schnellbahnanschluss! Bahrenfelder Appell im Rathaus übergeben

„Ein direkter, möglichst schnell zu realisierender Schnellbahnanschluss muss Bedingung für die Entwicklung des Wissenschaftsstandortes in Bahrenfeld sein!“ Das ist die Kernforderung aus dem Bahrenfelder Appell, der im Februar den Vereinen, Schulen und Kirchen in Bahrenfeld-Nord vorgelegt wurde. Die meisten Institutionen haben ihn unterschrieben. Auch die wenigen, die sich nicht für eine Unterschrift entscheiden konnten, haben erklärt, dass für sie eine Science City ohne Schnellbahnanschluss nicht akzeptabel sei. „Es gibt wohl kaum ein anderes Thema, in dem sich Bahrenfeld-Nord so einig ist“, sagt Jürgen Beeck, der Initiator des Bahrenfelder Appells. Angeschlossen haben sich auch die Initiativen aus den Nachbarstadtteilen, die seit vielen Jahren für eine Schnellbahnanbindung für Lurup, Osdorfer Born und die Stadt Schenefeld streiten.

Dr. Melzer nimmt den Bahrenfelder Appell entgegen. Foto: K. Johannsen

Auch in der Politik stellt niemand die Sinnhaftigkeit einer Schnellbahnanbindung für Bahrenfeld-Nord in Frage. Die Bezirksversammlung in Altona hat sich für eine Schnellbahn zur Science City ausgesprochen. (Beschluss 20-5547E). Hierin „wird der Senat … aufgefordert, …. zeitnah eine Schienenanbindung, vorzugsweise mit der S-Bahn (Variante S 32 Süd), sicherzustellen. Diese ist darüber hinaus über Lurup bis zum Osdorfer Born weiterzuführen. …“ Die Schienenanbindung wird hier jedoch nicht zur Bedingung für die Entwicklung des Wissenschaftsstandortes gemacht.

Jetzt ist der Bahrenfelder Appell an die Senatskanzlei und an die Altonaer Bezirksamtsleiterin Frau Dr. Melzer übergeben worden. Während die Bezirksamtsleiterin bei der Übergabe erklärt, dass sie auf eine baldige Lösung des Problems hofft, lässt der Erste Bürgermeister folgendes ausrichten: „Eine gute verkehrliche Anbindung der neuen Science City und damit Bahrenfeld ist dem Senat ein wichtiges Anliegen. Allerdings ist die genaue Planung noch in den Anfängen – wie ja die gesamte „Science City Bahrenfeld“.

Die Machbarkeitsuntersuchung (MBU) für die Schnellbahntrasse zum Osdorfer Born dürfte nahezu abgeschlossen sein. Darin werden zwei Trassen untersucht, von der nur die S32 über Bahrenfeld führt. Der Senat als Auftraggeber der (MBU) müsste die Anbindung der Science City vorgeben. Davon ist aber nichts bekannt. Zur Erinnerung: Die vor 45 Jahren versprochene U-Bahn zum Osdorfer Born ist dort bis heute nicht angekommen.

Die Science City Bahrenfeld darf nicht ohne Schnellbahn gebaut werden!

Text des Bahrenfelder Appells:

Science City Bahrenfeld nur mit Schnellbahnanschluss!

Am 22.01.2019 stellten der Hamburger Senat, die Universität Hamburg und DESY die Pläne für das neue Quartier Science City Bahrenfeld vor. Die Kette von der Grundlagenforschung bis zum Technologietransfer wird dort ebenso zu finden sein, wie ein Quartier für attraktives Wohnen und Erholen.

Ob es einen ein U- oder S-Bahnhof geben wird, ist noch unklar. Derzeit werden in einer Machbarkeitsuntersuchung für die „U5 West“ nach Lurup zwei Varianten untersucht, von denen jedoch nur eine, die S32 Süd, das Plangebiet anschließen würde.

Ein Schnellbahnanschluss ist aber unverzichtbar, weil das Straßennetz im Raum Bahrenfeld bereits seit Jahren überlastet ist, Staus gehören zum Alltag. Die oft überfüllten Busse haben zu oft erhebliche Verspätungen. Mit dem Bau neuer Hauptstraßen (z.B. Durchbindung des Holstenkamp zum Ebertplatz) wird das Problem nicht zu lösen sein.

Es ist eine Binsenweisheit, dass in einer modernen Metropole die Verbindung zwischen Zentren in erster Linie mit Schnellbahnen gewährleistet werden müssen, weil sie wenig Platz brauchen und umweltfreundlich sind. Es darf nicht noch einmal passieren, dass für ein Großprojekt eine U-Bahn versprochen, aber dann nicht gebaut wird. So wartet der Osdorfer Born seit 45 Jahren auf eine Schienenanbindung.

Ein direkter, möglichst schnell zu realisierender Schnellbahnanschluss muss Bedingung für die Entwicklung des Wissenschaftsstandortes in Bahrenfeld sein!

Unterzeichner aus Bahrenfeld:

Bürgerinitiative Volkspark e.V.Bahrenfelder Turnverein von 1896 e.V.
Bürgerverein Bahrenfeld von 1879 e.V.STS Bahrenfeld
Schule KielkampLuthergemeinde Bahrenfeld
Heimstättervereinigung Steenkamp e.V. 

Unterstützer aus den Nachbarorten:

Starten:BahnWest!Borner Runde
Arbeitskreis Verkehrsplanung SchenefeldLuruper Forum