Fahrraddemo in Bahrenfeld gemeinsam mit ADFC und VCD


Fast 200 Radler und Radlerinnen demonstrierten am Sonnabend den 9.Juni für eine bessere Verkehrsplanung in Hamburg. Am südlichen Rand des Volksparks soll ab 2020 das Wohngebiet „Wohnen am Volkspark“ mit 3.000 Wohnungen entstehen. Zwischen diesem Wohngebiet und dem Volkspark soll eine Hauptverkehrsstraße über den künftigen Altonaer A7-Deckel (ca. 2025) gebaut werden. Dieser „Neue Holstenkamp“ soll Notkestraße und Eimsbütteler Markt miteinander verbinden und schließlich in die Fruchtallee münden. So will die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) Stresemannstraße und Bahrenfelder Chaussee entlasten. Das Verkehrskonzept für „Wohnen am Volkspark“ weist zwar ein detailliertes Straßenkonzept aus, aber nur ein rudimentäres ÖPNV- und ein verbesserungswürdiges Radwegekonzept. Ein Schnellbahnanschluss spielt überhaupt keine Rolle. Es steht außer Frage, dass Bahrenfelder Chaussee und Stresemannstraße schon heute überlastet sind. Die seit Jahren rege Bautätigkeit besonders in Bahrenfeld und Lurup wird sich auch in wachsendem Verkehr niederschlagen. Doch eine weitere Straße würde mehr Autos in den Stadtteil bringen, das Stauproblem mittelfristig nicht lösen. Die Lösung kann nur im konsequenten Ausbau des ÖPNV und Radverkehrs liegen. Diese Verkehrsmittel benötigen weniger Platz und sind umweltverträglicher. Die Bürgerinitiative Volkspark fordert eine Verkehrsplanung, die ÖPNV und Radverkehr so attraktiv macht, dass sie eine echte Alternative zum Auto sind: Schnellbahn von Diebsteich über Bahrenfeld-Nord nach Lurup (schnelle und bequeme Buslinien als Zwischenlösung), sowie eine direkte, sichere Fahrradverbindung vom Osdorfer Born zum künftigen Fernbahnhof Diebsteich und eine Veloroute von dort weiter Richtung Innenstadt.
Die Fahrraddemo gegen die geplante Holstenkampverlängerung führte von der Trabrennbahn Bahrenfeld zum Bahnhof Diebsteich.

Die Stadt möchte auf der Trabrennbahn und den benachbarten Kleingarten ca. 3000 Wohnungen errichten. Die Stadt setzt dabei einseitig auf eine Erschließung durch Pkw über die geplante Holstenkampverlängerung. Der Start der Demo erfolgte an der Baustelle, wo die Verlängerung des Holstenkamps über den A7 Deckel einmünden soll. Die neue Einmündung der Straße wird durch die aktuelle Baustelle zur Verbreiterung der Luruper Chaussee bereits vorbereitet.

Über diese Straße sollen 19000 Kfz/Tag fahren. Das ist fast soviel, wie die Luruper Chaussee, auf der hier 23000 Kfz/Tag verkehren! In Zukunft soll der Verkehr aus den Elbvororten über die Notkestraße über diese Abkürzung zum Holstenkamp in Eimsbüttel geleitet werden. Die Straße soll direkt am Volkspark verlaufen. Dadurch wird der Volkspark verlärmt und mit Abgasen belastet. Außerdem wird der Zugang zum Volkspark insbesondere für Kinder zum Sicherheitsrisiko.
In dem Verkehrsgutachten der Stadt, dass ohne Ausschreibung für 78000 € vergeben wurde, wird fast nur der Pkw-Verkehr berücksichtigt. Erst die BI Volkspark musste die teuer bezahlten Planer auf die Idee bringen, dass das neue Wohngebiet ideale Voraussetzungen für den Bau eines Radschnellwegs bietet.

Alle Initiativen fordern daher eine Verkehrsplanung, die ÖPNV und Radverkehr so attraktiv macht, dass sie eine echte Alternative zum Auto sind:
-Um den Durchgangsverkehr aus dem Wohngebiet zu halten soll eine Durchfahrt über den Deckel nur für Busse, Taxis und Radfahrer möglich sein.
-Außerdem muss die S-Bahn von Diebsteich über Bahrenfeld-Nord nach Osdorf führen. Dies ist deutlich besser als die alternative U5 über Stellingen.