Archiv der Kategorie: Holstenkampverlängerung

Verkehrsexperte Prof. Monheim kritisiert Autodominanz im Verkehrsgutachten der Behörde

Das Gutachten der Behörde befasst sich fast nur mit Straßenbaulösungen, ÖPNV und Radverkehr werden nur am Rande betrachtet.
Der Stadt- und Verkehrsplaner Prof. Dr. Heiner Monheim, Mitbegründer des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), hat das Gutachten im Auftrag der BI-Volkspark geprüft. Er befürchtet, dass die geplante Hauptverkehrsstraße eine großräumige Umlagerung von Kfz-Verkehr in das neue Wohngebiet und einen erheblichen Neuverkehr erzeugen wird. Er kritisiert die viel zu stark autoorientierte Vorgehensweise der Verkehrsplaner. Außerdem bemängelt er, dass verschiedene Optionen des ÖPNV-Ausbaus nicht mit gleicher Gründlichkeit wie der Kfz-Verkehr untersucht wurden. Angesichts der verschiedenen Kritikpunkte muss dem abschließenden Bewertungsergebnis deutlich im Verkehrsgutachten der Behörde deutlich widersprochen werden.
Die gesamte Stellungnahme finden Sie hier

Verkehrsuntersuchung Bahrenfeld-Nord -Chance für zukunftsträchtiges Verkehrskonzept vertan

Neue Hauptverkehrsachse in Bahrenfeld am Volkspark verursacht massives Verkehrsaufkommen

Von der Verkehrsbehörde BWVI wurde ohne Ausschreibung ein Verkehrsgutachten beim Straßenplanungsbüro SBI beauftragt. Die Straßenplaner schlagen eine neue Hauptverkehrsachse mit einer durchschnittlichen täglichen Verkehrsstärke von 17.000 Kfz/Tag vor. Davon werden bis zu  75 % gebietsfremder Durchgangsverkehr sein. Die Trasse führt durch Landschaftsschutzgebiete am Luther- und Volkspark und ist mit einer Breite von 28 m geplant. Somit kann die Straße perspektivisch auch 4-spurig ausgebaut werden. Von einem Verkehrskonzept ohne Verlängerung des Holstenkamps raten die Planer ab. Das Gutachten befasst sich fast nur mit Straßenbaulösungen, ÖPNV und Radverkehr werden nur am Rande betrachtet.

Im Gutachten wird sogar behauptet „Veränderungen der ÖV-Anteile durch ein Schnellbahnangebot sind im Rahmenplangebiet nur in geringem Umfang zu erwarten“.

Nach Ansicht der BI Volkspark wurde das Verkehrsgutachten unter der klaren Prämisse beauftragt, die bereits in den 1970er Jahren geplante Hauptverkehrsachse nun endlich für die autogerechte Stadt zu realisieren – koste es, was es wolle! Exzessiver Verkehr wird generiert, die sozialen Aufgaben der Siedlungsstrukturen vergessen.

Es wird die Chance vertan, in Bahrenfeld-Nord einen Stadtteil zu entwickeln, der durch seine kreativen Ansätze im Bereich Mobilität für andere Stadtteile zum Vorbild wird.

Das Verkehrsgutachten (Download) enthält viele sehr fragwürdige Aussagen:

– Von der Netzvariante B ohne Verlängerung des Holstenkamps wird abgeraten, weitere Alternativrouten für diese Variante (z. B. nördlich des Volksparks) wurden quantitativ gar nicht betrachtet. S. 67 des Gutachtens

– die ökologischen Auswirkungen (Lärm, Abgase, Fauna…) auf den Volkspark und den neuen Park auf dem Autobahndeckel wurden überhaupt nicht berücksichtigt

– die Trasse ist 28 m breit geplant, damit die Straße später 4-streifig ausgebaut werden kann S.45

– der Holstenkamp soll an der Kreuzung Schnackenburgalle 7-streifig ausgebaut werden, damit möglichst viel Verkehr in die Verlängerung geleitet werden kann S.52

– für die Notkestraße wird auf S.34 eine Erhöhung von nur 2000 Kfz/Tag angenommen, auf S.103 jedoch wird eine Zahl von bereits 3000 Kfz/Tag genannt.

– Die Schwerlastverkehrsanteile wurden trotz Beauftragung nicht ermittelt

– Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des ÖPNV wurden trotz Beauftragung nicht ermittelt

-Im Gutachten wird sogar auf S.64 behauptet „Veränderungen der ÖV-Anteile durch ein Schnellbahnangebot sind im Rahmenplangebiet nur in geringem Umfang zu erwarten“.

Eine Stellungnahme vom Verkehrsexperten Prof. Monheim finden sie hier.

Eine ausführliche Stellungnahme von Hartmut Janssen finden sie hier.

Die BI Volkspark fordert

  • eine ergänzende Untersuchung, die prüft, wie durch eine Umlenkung der jeweils für die Straßenbauten angesetzten Mittel auf den ÖPNV und ein Veloroutennetz auf eine neue Hauptverkehrsachse verzichtet werden kann,
  • einen Ideenwettbewerb zur Umsetzung kreativer Ansätze im Bereich Mobilität in Bahrenfeld Nord,
  • konkrete Planungen für einen schienengebundene Nahverkehrsanbindung von Lurup über Bahrenfeld-Nord zur Innenstadt aufzunehmen.

Protest gegen Verlängerung des Holstenkamps an privaten Garagen wurde von Baufirma überstrichen

Vorher
Vorher

Anwohner der August-Kirch-Str. am Volkspark haben ihren Protest gegen die geplante Verlängerung des Holstenkamps zur Notkestraße auf der Rückseite Ihrer Garagen zur Trabrennbahn zum Ausdruck gebracht. Jetzt wurden diese Garagen von einer Baufirma für ein Projekt von Fördern und Wohnen ohne Rücksprache mit den Anwohnern übermalt. Dies stellt juristisch eine Sachbeschädigung dar. Die Anwohner wollen insbesondere wissen, wer den Auftrag für das Überstreichen gab und überlegen deswegen Anzeige zu erstatten. Die Anwohner meinen, jeder Graffiti Sprayer wird verfolgt und hier überstreicht einfach eine Baufirma fremdes Eigentum.

Nachher
Nachher