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Kein Verkehrskonzept für die Science City !

Rund um den Forschungscampus Bahrenfeld sollen neue wissenschaftliche Institute und Einrichtungen sowie rund 2.500 Wohnungen entstehen. Die Science City Bahrenfeld soll eine Fläche von 125 Hektar umfassen. Die ersten Architekturwettbewerbe dafür sollen schon 2020 starten.

Planung Ebertplatz Quelle: BSW-Science City Bahrenfeld

Am 11.2.2019 fand im DESY-Hörsaal eine Informationsveranstaltung zur Science City Bahrenfeld (SCB) statt. In Zukunft sollen am Wissenschaftsstandort Bahrenfeld 15.000 Personen (statt bisher 2.400) arbeiten.

Die Bezirksamtsleiterin Dr. Melzer hob in ihrer Eröffnungsrede zwar die Bedeutung einer Schienenanbindung für die SCB hervor. Konkrete Zusagen dafür liegen aber nicht vor. Dem Thema Verkehr wurde in den Plenarvorträgen ansonsten kaum Bedeutung beigemessen. Dies wurde in der nachfolgenden Diskussion massiv kritisiert, da die Anzahl der Beschäftigten um das Sechsfache steigen wird. Auch wie bereits vor Realisierung einer Schnellbahn der stark steigende Verkehr abgewickelt werden soll, konnte nicht erklärt werden. Die anwesenden Behördenvertreter erklärten sich für Verkehr nicht zuständig. Ein Teilnehmer bemängelte das Fehlen eines Vertreters der Verkehrsbehörde. Die Vorstellung des Bahrenfelder Appells der BI Volkspark und der Initiative Starten:BahnWest! fand breite Zustimmung. Hauptforderung ist:

Ein direkter, möglichst schnell zu realisierender Schnellbahnanschluss muss Bedingung für die Entwicklung des Wissenschaftsstandortes in Bahrenfeld sein.

Kritisiert wurde weiterhin, dass die neue Verkehrsachse vom Holstenkamp zur Notkestraße in den Plänen hinter vielen Bäumen „versteckt“ wurde. Auf dieser Strecke sollen 19.000 Kfz/Tag direkt am Volkspark entlang zur SCB geführt werden. 

In der Werbebroschüre des Senats klingt das anders:

„In Bahrenfeld wird mit der Science City ein bedeutendes stadtentwicklungspolitisches Zukunftsprojekt Hamburgs entstehen. Hier wird ein neuer urbaner Raum entwickelt, in dem zu der vorhandenen Wohnbebauung ein modernes, gemischt genutztes Quartier mit 2.500 Wohnungen hinzukommt. Um die Science City lebenswert zu gestalten, ist ein intelligentes Mobilitätssystem geplant: Direkter Zugang zum Schnellbahnsystem in Verbindung mit modernen Mobilitätshubs sowie innovative Beförderungskonzepte auf dem Campus, wie Bus-Shuttle-Systeme, sollen einen autofreien Campus ermöglichen. Neben dem Anschluss der Science City Bahrenfeld an die Schnellbahn werden auch neue Velorouten und die Anbindung an überregionale Radschnellwege geprüft, um die neue Vision der modernen Fortbewegung im Stadtteil umzusetzen.“

Ob sich die Verkehrsplanung wirklich gebessert hat, ist zu bezweifeln, da für die Holstenkampverlängerung gemäß aktuellem Lärmgutachten jetzt 19.000 Kfz/24 h zu Grunde gelegt wird. Das ist 27% mehr als die 15.000 Kfz/24 h, die bisher als Maximum genannt wurden und fast so viel Verkehr wie auf der Luruper Chaussee, die 23.000 Kfz/24 h aufweist.  Es ist also geplant noch mehr Verkehr durch die neue Verkehrsachse zu leiten.

Die gesamte Planung mit aktuellen Plänen ist hier abgelegt.

https://fiona.uni-hamburg.de/a0e139bf/broschueresciencecitybahrenfeld.pdf

https://www.nahverkehrhamburg.de/faehrt-kuenftig-die-s32-zur-science-city-bahrenfeld-10794/

https://www.hamburg.de/sciencecity/

https://www.skyfish.com/p/fhh/1419069

Planfeststellungsbeschluss A 7 Deckel Altona

Die Planfeststellungsbehörde hat am 18. Dezember 2018 die Planung festgestellt. Gegen diesen Planfeststellungsbeschluss kann binnen eines Monats nach seiner Zustellung Klage beim Bundesverwaltungsgericht erhoben werden.

Folgende Einwendungen betreffen die Holstenkampverlängerung:

2.5.3.2.3 Einwendungen zur betrieblichen Schadstoffbelastung S.283

Die wesentliche Einwendung war, das zu niedrige Verkehrszahlen und Lkw-Anteile auf der Holstenkampverlängerung und weiteren Straßen in Bahrenfeld zu Grunde gelegt wurden.

In Kapitel 2.5.3.2.3 des Planfeststellungsbeschlusses  wird behauptet, dass eine neue Berechnung zur Schadstoffbelastung mit den höheren Verkehrszahlen stattgefunden habe. Die Ergebnisse werden nicht dargestellt. Es wird nur behauptet, das es keine Grenzwertüberschreitungen an beurteilungsrelevanten Immissionsorten gibt.

2.5.3.4.1 Verkehrsentwicklung im Planungsgebiet S.310

Auf den Plänen ist eine 21 m breite Querung des Deckels in Verlängerung des Holstenkamps ersichtlich. Der Holstenkamp ist damit genauso breit wie eine 4- spurige Fahrbahnseite der A7 geplant.

geplante 21 m breite Querung des Deckels in Verlängerung des Holstenkamps

Wesentliche Einwendung: Die Planfeststellung ist eine Vorfestlegung des im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens vorgesehenen Ausbaus des Holstenkamps. Dies ist anhand der geplanten Deckelverstärkung in Höhe des Holstenkamps ersichtlich.

Hierbei wird nur auf das der Planfeststellung nachfolgende Bebauungsplanverfahren verwiesen.

Eine Prüfung durch das renommierte Umweltanwaltbüro Mohr Rechtsanwälte (Elbvertiefungsklage) hat ergeben, dass es das Kostenrisiko der Stadt ist (also der Steuerzahler), wenn dort eine Deckelverstärkung ohne rechtsverbindliche Straßenplanung gebaut wird.

Lärmgrenzwerte der Verkehrslärmschutzverordnung gravierend überschritten

Eine 2018 erstellte Lärmtechnische Untersuchung für den Holstenkamp östlich des Deckels im Bereich des Pflegeheims zeigt, dass die Anwohner des Holstenkamps in Zukunft mit einer Überschreitung der Lärmgrenzwerte der Verkehrslärmschutzverordnung um bis zu 11 dB(A) rechnen müssen. Für die Berechnung wurde auf dem Holstenkamp eine Durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV) von 19.000 Kfz/24 h zu Grunde gelegt. Das ist deutlich mehr als die 15.000 Kfz/24 h die bisher als Maximum genannt wurden. Es ist also geplant noch mehr Verkehr durch die neue Verkehrsachse zu leiten. Die Anwohner haben durch das renommierte Büro Mohr Rechtsanwälte (Elbvertiefungsklage) eine rechtliche Stellungnahme eingeholt:

„Tatsächlich ergeben sich aus dem Lärmgutachten für weitere Bereiche der Bestandsbebauung und auch für die geplanten neuen Gebäude sehr starke Grenzwertüberschreitungen, die auch unter Berücksichtigung angedachter (kleinerer) aktiver Schallschutzmaßnahmen in vielen Bereichen sogar die Lärmsanierungswerte von 67/57 dB(A) überschreiten würden, die nach der neuesten Rechtsprechung des BVerwG auch die eigentumsrechtliche Zumutbarkeitsschwelle definieren.“

Fahrraddemo in Bahrenfeld gemeinsam mit ADFC und VCD


Fast 200 Radler und Radlerinnen demonstrierten am Sonnabend den 9.Juni für eine bessere Verkehrsplanung in Hamburg. Am südlichen Rand des Volksparks soll ab 2020 das Wohngebiet „Wohnen am Volkspark“ mit 3.000 Wohnungen entstehen. Zwischen diesem Wohngebiet und dem Volkspark soll eine Hauptverkehrsstraße über den künftigen Altonaer A7-Deckel (ca. 2025) gebaut werden. Dieser „Neue Holstenkamp“ soll Notkestraße und Eimsbütteler Markt miteinander verbinden und schließlich in die Fruchtallee münden. So will die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) Stresemannstraße und Bahrenfelder Chaussee entlasten. Das Verkehrskonzept für „Wohnen am Volkspark“ weist zwar ein detailliertes Straßenkonzept aus, aber nur ein rudimentäres ÖPNV- und ein verbesserungswürdiges Radwegekonzept. Ein Schnellbahnanschluss spielt überhaupt keine Rolle. Es steht außer Frage, dass Bahrenfelder Chaussee und Stresemannstraße schon heute überlastet sind. Die seit Jahren rege Bautätigkeit besonders in Bahrenfeld und Lurup wird sich auch in wachsendem Verkehr niederschlagen. Doch eine weitere Straße würde mehr Autos in den Stadtteil bringen, das Stauproblem mittelfristig nicht lösen. Die Lösung kann nur im konsequenten Ausbau des ÖPNV und Radverkehrs liegen. Diese Verkehrsmittel benötigen weniger Platz und sind umweltverträglicher. Die Bürgerinitiative Volkspark fordert eine Verkehrsplanung, die ÖPNV und Radverkehr so attraktiv macht, dass sie eine echte Alternative zum Auto sind: Schnellbahn von Diebsteich über Bahrenfeld-Nord nach Lurup (schnelle und bequeme Buslinien als Zwischenlösung), sowie eine direkte, sichere Fahrradverbindung vom Osdorfer Born zum künftigen Fernbahnhof Diebsteich und eine Veloroute von dort weiter Richtung Innenstadt.
Die Fahrraddemo gegen die geplante Holstenkampverlängerung führte von der Trabrennbahn Bahrenfeld zum Bahnhof Diebsteich.

Die Stadt möchte auf der Trabrennbahn und den benachbarten Kleingarten ca. 3000 Wohnungen errichten. Die Stadt setzt dabei einseitig auf eine Erschließung durch Pkw über die geplante Holstenkampverlängerung. Der Start der Demo erfolgte an der Baustelle, wo die Verlängerung des Holstenkamps über den A7 Deckel einmünden soll. Die neue Einmündung der Straße wird durch die aktuelle Baustelle zur Verbreiterung der Luruper Chaussee bereits vorbereitet.

Über diese Straße sollen 19000 Kfz/Tag fahren. Das ist fast soviel, wie die Luruper Chaussee, auf der hier 23000 Kfz/Tag verkehren! In Zukunft soll der Verkehr aus den Elbvororten über die Notkestraße über diese Abkürzung zum Holstenkamp in Eimsbüttel geleitet werden. Die Straße soll direkt am Volkspark verlaufen. Dadurch wird der Volkspark verlärmt und mit Abgasen belastet. Außerdem wird der Zugang zum Volkspark insbesondere für Kinder zum Sicherheitsrisiko.
In dem Verkehrsgutachten der Stadt, dass ohne Ausschreibung für 78000 € vergeben wurde, wird fast nur der Pkw-Verkehr berücksichtigt. Erst die BI Volkspark musste die teuer bezahlten Planer auf die Idee bringen, dass das neue Wohngebiet ideale Voraussetzungen für den Bau eines Radschnellwegs bietet.

Alle Initiativen fordern daher eine Verkehrsplanung, die ÖPNV und Radverkehr so attraktiv macht, dass sie eine echte Alternative zum Auto sind:
-Um den Durchgangsverkehr aus dem Wohngebiet zu halten soll eine Durchfahrt über den Deckel nur für Busse, Taxis und Radfahrer möglich sein.
-Außerdem muss die S-Bahn von Diebsteich über Bahrenfeld-Nord nach Osdorf führen. Dies ist deutlich besser als die alternative U5 über Stellingen.

Behelfsbrücke am Kielkamp für Fußgänger und Radfahrer über A7 Deckelbaustelle in Bahrenfeld kommt

Die Brücke Kielkamp- Lutherhöhe (Querung Kielkamp) über die A7 stellt eine der wichtigsten Ost-West Radverkehrsverbindungen von der Notkestraße mit DESY nach Eimsbüttel dar. Diese Verbindung sollte während der Bauzeit des Deckels für 7 Jahre unterbrochen werden. Dadurch wären auch die Wege zur Schule Kielkamp und zum Kindergarten in der Lutherkirche abgeschnitten worden. Aufgrund der vielen Einwendungen im Planfestellungsverfahren zum A7 Deckel Altona hat die Verkehrsbehörde jetzt beschlossen, dass die von der Bürgerinitiative Volkspark geforderte Behelfsbrücke errichtet wird. Hierdurch werden Radfahrern und Fußgängern lästige Umwege über Hauptverkehrsstraßen erspart.

Fahrraddemo Samstag, 9. Juni

Dicke Luft am Volkspark? Nein Danke!
Verkehr umdenken und umlenken – vom Auto in Bus/Bahn oder aufs Rad
Fahrraddemo in Bahrenfeld
Samstag, den 9. Juni 2018 um 11:00 Uhr
ca. 8 km – Start und Ziel: Bushaltestelle Trabrennbahn Bahrenfeld

Volksparkdemo Flugblatt Forderungen für Soziale Netzwerke
Am südlichen Rand des Volksparks soll ab 2020 das Wohngebiet „Wohnen am Volkspark“ mit 3.000 Wohnungen entstehen. Zwischen diesem Wohngebiet und dem Volkspark soll eine Hauptverkehrsstraße über den künftigen Altonaer A7-Deckel (ca. 2025) gebaut werden. Dieser „Neue Holstenkamp“ soll Notkestraße und Eimsbütteler Markt miteinander verbinden und schließlich in die Fruchtallee münden. So will die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) Stresemannstraße und Bahrenfelder Chaussee entlasten.
Das Verkehrskonzept für „Wohnen am Volkspark“ weist zwar ein detailliertes Straßenkonzept aus, aber nur ein rudimentäres ÖPNV- und ein verbesserungswürdiges Radwegekonzept. Ein Schnellbahnanschluss spielt überhaupt keine Rolle.
Es steht außer Frage, dass Bahrenfelder Chaussee und Stresemannstraße schon heute überlastet sind. Die seit Jahren rege Bautätigkeit besonders in Bahrenfeld und Lurup wird sich auch in wachsendem Verkehr niederschlagen. Doch eine weitere Straße würde mehr Autos in den Stadtteil bringen, das Stauproblem mittelfristig nicht lösen. Die Lösung kann nur im konsequenten Ausbau des ÖPNV und Radverkehrs liegen. Diese Verkehrsmittel benötigen weniger Platz und sind umweltverträglicher.
Die Bürgerinitiative Volkspark fordert eine Verkehrsplanung, die ÖPNV und Radverkehr so attraktiv macht, dass sie eine echte Alternative zum Auto sind: Schnellbahn von Diebsteich über Bahrenfeld-Nord nach Lurup (schnelle und bequeme Buslinien als Zwischenlösung), sowie eine direkte, sichere Fahrradverbindung vom Osdorfer Born zum künftigen Fernbahnhof Diebsteich und eine Veloroute von dort weiter Richtung Innenstadt.

Flugblätter zum weiterverbreiten:

  • Format DIN-A4
  • Format DIN-A6
  • Auswertung der Bürgerbeiträge der Onlinebeteiligung

    Die Stadt hat eine interaktive Karte im Internet eingerichtet, auf der jeder seine Meinung zur Planung der Holstenkampverlängerung im Internet eingeben konnte. Mit der Auswertung wurde ausgerechnet das Straßenplanungsbüro SBI beauftragst, das von vielen Bürgern kritisiert wird, da es bei der Verkehrsplanung Bahrenfeld-Nord fast nur den Autoverkehr berücksichtigt. In den 108 Bürgerbeiträgen fand sich kein einziger Befürworter der Holstenkampverlängerung. Deutliche Kritik wird an der grundsätzlichen, übergeordneten Verkehrsplanung geübt, die zu einseitig auf den motorisierten Individualverkehr setzt und alternative Mobilitätsformen zu wenig berücksichtig. Eine Durchbindung des Holstenkamps zwischen Schnackenburgallee bis zum Ebertplatz wird in diversen Beiträgen der Onlinebeteiligung abgelehnt. Eine Durchfahrt solle es nur für Busse, Taxen und Radfahrer geben. Quartiersfremder Verkehr soll um das Plangebiet herumgeführt werden. Für die Holstenkampverlängerung, die Ebertalle und auch die Notkestraße werden Tempo-30-Zonen sowie bauliche Verkehrsberuhigungsmaßnahmen wie z.B. Kreisverkehre, Verkehrsinseln und lärmarme Fahrbahnbeläge gefordert. Weiterhin wird der zur Zeit geprüfte Anschluss an die S-Bahn gefordert, um den Autoverkehr zu verringern. Die Bürgerinitiative Volkspark e.V. schlägt darüber hinaus vor, einen Radschnellweg abseits der Hauptverkehrsstraßen von Osdorf bis zum geplanten Fernbahnhof Diebsteich durch das Plangebiet zu schaffen. In einer Stellungnahme hat die Verwaltung fast alle Vorschläge der Anwohner als nicht durchführbar zurückgewiesen. Lediglich der Radschnellweg und die S-Bahn sollen geprüft werden.
    Alle Details zum Download hier
    http://www.hamburg.de/fernstrassen/beteiligungsverfahren-holstenkamp/

    Fehler im Luftschadstoffgutachten zum A7 Deckel

    Das Luftschadstoffgutachten zur A7 enthält falsche Verkehrszahlen für den Holstenkamp und weitere Fehler.

    Im Luftschadstoffgutachten zum Altonaer Deckel A7 wurden für die umgebenden Straßen in Bahrenfeld und die geplante Holstenkampverlängerung zu niedrige Verkehrszahlen und Schwerverkehrsanteile angesetzt. Für alle wichtigen Straßen, wie den Holstenkamp und die Luruper Chaussee wurden deutlich niedrigere Verkehrsmengen als in der Verkehrsuntersuchung Bahrenfeld Nord (2014) der Stadt angesetzt. Für die Ebertalle und die Holstenkampverlängerung wurde ein Schwerverkehrsanteil von 0 % berücksichtigt. Dies bedeutet, dass es dort gar keinen Lkw Verkehr gibt. Die Ebertalle hat zur Zeit einen Schwerverkehrsanteil von 8%. Dieser ist auch für die Holstenkampverlängerung anzusetzen. Außerdem wurde die geplante mehrgeschossige Bebauung an der Holstenkampverlängerung nicht berücksichtigt. Weiterhin wurde eine Minderung der Hintergrundbelastung durch NO2 von 20% bis 2025 angenommen. Dies ist eine sehr optimistische Annahme für einen Zeitraum von 8 Jahren. Bei einer konservativen Betrachtung zur sicheren Seite müsste von der heutigen Hintergrundbelastung von 25 μg /m³ NO2 ausgegangen werden.
    Die prognostizierten Schadstoffimmissionen sind aus den genannten Gründen viel zu niedrig. Man fragt sich, ob hier die geplante Holstenkampverlängerung sauber gerechnet werden soll. Die BI Volkspark und viele Anwohner werden deswegen Einwendungen im Planfeststellungsverfahren zum A7 Deckel Altona einreichen.
    Alle Informationen zum aktuellen Planfeststellungsverfahren stehen hier.

    Hier die ausführliche Begründung:

    Das Luftschadstoffgutachten weist gravierende Mängel auf und muss deswegen überarbeitet werden. Die prognostizierten Schadstoffimmissionen sind zu niedrig.

    1.Verkehrszahlen und Schwerverkehrsanteile sind falsch

    Ein Vergleich der Verkehrszahlen der aktuellsten Verkehrsmengenkarte der Stadt Hamburg von 2015 mit den in Abbilddung 4.2 der Luftschadstoffuntersuchung angesetzten Zahlen (siehe Anhang) zeigt, dass diese viel zu niedrig sind. Insbesondere der Schwerverkehrsanteil (SV-Anteil), der für Fahrzeuge >3,5 t gilt, wird systematisch unterschätzt. Hier einige Beispiele:

    Zählstelle Ebene Straße Verkehrs-
    mengenkarte
    DTVW 2015
    SV-
    Anteil %
    2015
    Luftschad-
    stoffgutachten

    DTVw 2025
    SV-Anteil % Luftschadstoff-gutachten 2025
    2898 168 Holstenkamp W Kreuzung Große Bahnstraße 33000 6 38600 2
    1054 10 Luruper Hauptstraße O Engelbrechtweg (Landesgrenze) 25000 7 26000 4
    2616 305 Ebertallee S Kreuzung Luruper Chaussee 9000 8 8100 0

    DTVw=durchschnittliche tägliche Verkehrsmenge werktags
    Die rot markierten Verkehrszahlen und Schwerverkehrsanteile sind viel zu niedrig!!! In der Ebertallee soll trotz Busverkehr der Schwerlastanteil 0 % betragen. Dies ist unsinnig!!

    In der Verkehrsuntersuchung VU Bahrenfeld Nord vom Juni 2014 werden für den Planfall 3A mit verlängertem Holstenkamp in Anlage 4.4 folgende Verkehrszahlen genannt (siehe Anhang):

    Straße VU Bahrenfeld Nord
    DTVW 2025
    Luftschad
    stoffgutachten

    DTVw 2025
    SV-
    Anteil % 2025 gemäß Luftschad-
    stoffgutachten
    Holstenkamp W Kreuzung Große Bahnstraße 45800 38600 2
    Holstenkampverlängerung Ostseite 17200 14200 1
    Holstenkampverlängerung Westseite 13500 12700 0
    Luruper Chaussee Kreuzung Ebertallee 34600 26000 4
    Ebertallee Kreuzung
    Luruper Chaussee
    9600 8100 0

    Auch hier zeigt sich, dass die angesetzten Verkehrsmengen viel zu niedrig sind und der Verkehrsuntersuchung der Stadt widersprechen!!! Für die Holstenkampverlängerung Westseite wurde ein Schwerverkehrsanteil von 0 % berücksichtigt. Dies ist unsinnig!! Die umgebenden Straßen haben einen Schwerverkehrsanteil von 6 – 8%. Dieser ist auch für die Holstenkampverlängerung anzusetzen.
    Grundlage der VU Bahrenfeld Nord waren nach Tabelle 2-1  1800 geplante Wohnungen östlich des Deckels. Jetzt sind dort 3000 Wohnungen geplant. Durch den Mehrverkehr der zusätzlichen Wohnungen steigt der Verkehr auf der Verlängerung des Holstenkamps zur Notkestraße nach Angaben des Straßenplanungsbüros SBI um weitere 1600 Fahrzeuge/Tag auf 18800 Kfz/24h an!

    2.Hintergrundbelastung für NO2 und NOx ist zu niedrig angesetzt

    In Tabelle 4.3 wurde ein Reduktionsfaktor von 0,8 (=20%) bis 2025 angenommen. Dies ist eine sehr optimistische Annahme für einen Zeitraum von 8 Jahren. Bei einer konservativen Betrachtung zur sicheren Seite müsste von der heutigen Hintergrundbelastung von 25 μg /m³ NO2 ausgegangen werden.

    3.Stauanteile

    In Abb. 5.1 sind nur auf wenigen Strecken Stauanteile von 20 % berücksichtigt. Für die Von-Sauer-Straße ist dieser Anteil viel zu niedrig. Für die Holstenkampverlängerung wurden kaum Stauanteile berücksichtigt. Dies ist für eine Straße mit über 17000 Kfz/24 h nicht nachvollziehbar! Es ist nicht ersichtlich aus welchen nachvollziehbaren Quellen die Stauanteile ermittelt wurden.

    4.Straßenrandbebauung

    Aus Abb. 4.3 des Luftschadstoffgutachten ist zu ersehen, dass am verlängerten Holstenkamp keine Randbebauung berücksichtigt wurde. Bei einer Verlängerung des Holstenkamps ist dort eine mehrgeschossige geschlossene Randbebauung vorgesehen. d.h: die berechneten Luftschadstoffimmissionen sind viel zu niedrig !!!

    Auf Seite 40 wird behauptet,  dass durch die Holstenkampverlängerung und die A7 nur ein Anstieg von 1 μg/m³ für  NO2 gegenüber der Hintergrundbelastung erfolgt:

    „Am Pflegezentrum Holstenkamp (IO 3) ist die abschirmende Wirkung des Tunnels ersichtlich. Hier werden 21 μg/m³ NO2 berechnet. Damit liegt man in diesem Bereich nur 1 μg/m³ über der großräumigen Hintergrundbelastung.“
    Dies ist bei über 17000 Kfz/24 h und einem Abstand von ca. 10 m zur Straße  nicht nachvollziehbar.

    5. Schadstoffaustrag aus den Tunnelöffnungen an den Ausfahrten Bahrenfeld und Othmarschen

    Der Schadstoffaustrag aus den Tunnelöffnungen an den Ausfahrten Bahrenfeld und Othmarschen wurde nicht berücksichtigt. Es wurden nur die Öffnungen am Anfang und am Ende des Tunnels, nicht aber an den Ausfahrten der Autobahn berücksichtigt!

    Bauen im Landschaftsschutzgebiet

    Kommentar zum Abendblattartikel: Wir werden Parks ausbauen- HA 30./31.10.2017
    Man kann der Senatorin Stapelfeldt zustimmen, wenn sie sagt, dass die Stadt lebenswert bleiben soll. So sei „auf dem A7-Deckel … ein neuer Grünzug vom Volkspark bis zur Elbe geplant“. Es sollen „keine Landschaftsschutzgebiete geopfert“ werden, bis auf geringe Ausnahmen. Und die Schnellbahnen sollen ausgebaut werden.
    Alles in Butter? Leider spricht die tatsächliche Planung für das Gebiet südlich vom Volkspark in Bahrenfeld eine völlig andere Sprache:
    Das Landschaftsschutzgebiet zwischen Holstenkamp und Hogenfeldweg wird für ein Wohngebiet mit 350 Wohnungen geopfert. Mitten durch das Landschaftsschutzgebiet soll eine Durchgangsstraße zur Entlastung der Bahrenfelder Chaussee/ Stresemannstraße für mindestens 19.000 Kfz am Tag gebaut werden.
    Mit lebenswertem Wohnen in der Stadt hat das nichts zu tun, solange der Autoverkehr durch die Stadt gefördert wird und Landschaftsschutzgebiete vernichtet werden. Eine U- oder S-Bahn über Bahrenfeld nach Lurup könnte die Verkehrslage um den Volkspark spürbar entspannen. Es gibt aber keine verbindliche Zusage, dass der Westen an das Schnellbahnnetz angeschlossen wird.
    Wir nehmen die Aussage der Senatorin aber gerne wörtlich. Also verzichten Sie im Labndschaftsschutzgebiet auf die Holstenkampverlängerung und die Bebauung!!!

    Planfestellungsunterlagen zum A7 Deckel im Internet

    Die Planfestellungsunterlagen zum A7 Deckel sind jetzt im Internet.

    http://www.hamburg.de/bwvi/np-aktuelle-planfeststellungsverfahren/9508572/a7-altona/

    Alle Unterlagen können als pdf heruntergeladen werden.
    Die Pläne zum A7-Deckel liegen auch bis Donnerstag, den 9. November 2017 während der Dienststunden im Bezirksamt Altona, Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt, Servicezentrum, Jessenstraße 1 (Foyer), 22767 Hamburg aus.

    Einwendungen können bis 11.12.2017 (nicht per Mail) an die Verkehrbehörde geschrieben oder im Bezirksamt Altona eingereicht werden.

    Holstenkampquerung
    Auf den Plänen ist eine 21 m breite Querung des Deckels in Verlängerung des Holstenkamp ersichtlich. Der Holstenkamp ist damit genauso breit wie eine 4- spurige Fahrbahnseite der A7 geplant. Zum Brückenbauwerk werden keine Aussagen gemacht. Wir sollten Einspruch wegen Vorgriff auf zukünftige Planungen einlegen.

    Luther Brücke- Kielkamp Überführung
    Die Kielkamp Überführung wird ohne Baustellenersatz abgerissen. (Erläuterungsbericht S. 96). Hier sind möglichst viele Einwendungen nötig, damit während der Bauzeit eine Behelfsbrücke für Radfahrer und Fußgänger errichtet wird. Eine Einwendungsvorlage finden Sie hier.

    Fehler im Luftschadstoffgutachten
    Im Luftschadstoffgutachten ist die Holstenkampverlängerung schon berücksichtigt, aber mit einer zu niedrigen Verkehrsmenge DTVw von nur 12700- 14200 Kfz/24h. Dies ist deutlich weniger als in der Verkehrsuntersuchung Bahrenfeld Nord genannt wurde. Auf der Veranstaltung am 27.06.2017 wurde gesagt, dass die aktuellen Verkehrszahlen sogar noch 15-20 % über denen der Verkehrsuntersuchung Bahrenfeld Nord liegen.
    Die genannten Schwerlastanteile (Lkw) für alle Straßen in Bahrenfeld Nord in Abb.4.2 sind viel zu niedrig:
    Holstenkamp 2% ,Holstenkampverlängerung, 0 -1% Ebertallee 0 %
    Nach der aktuellen Verkehrsmengenkarte der Stadt Hamburg weist der Holstenkamp einen Schwerlastanteil von 6% und die Ebertallee von 8 % auf. Hier liegt wohl ein Fehler vor.
    Daher sind hier Einwendungen erforderlich.
    Die Berechnungsergebnisse für Feinstaub und NO2 einschließlich der Holstenkampverlängerung sind beigefügt.

    Baustelleneinrichtungsflächen
    Folgende Baustelleneinrichtungsflächen sind in unserer Nähe nach dem Landschaftpflegerischer Begleitplan A7 Deckel geplant. Hier ist mit Lärm und Staub zu rechnen.
    Geplante Bastelleneinrichtungsflächen.

    3 Nicht mehr genutzte Tennisplätze südlich des Kielkamp auf der Westseite der A 7 (ca. km 154+860) ~ 3.870 m²
    14* Fläche im Lutherpark südlich angrenzend an die Lutherhöhe auf der Ostseite der A 7 (ca. km 153+850) ~ 270 m²
    15 Baustofflager nördlich des Holstenkamp aufder Ostseite der A 7(ca. km 153+390) ~ 4.800 m²